09.11.2016, 00:00 Uhr

Keine Angst vor Asylanten

Ursprünglich galt die 6. Klasse Naturwissenschaft im BORG Oberdorf als schlapp und unmotiviert

Eine repräsentative Umfrage von Schülern unter Schülern belegt positive Einstellung gegenüber Flüchtlingen und EU

OBERNDORF (lin). Keine Angst vor Flüchtlingen, Asylanten und Terroranschlägen sowie großes Interesse und eine positive Grundeinstellung gegenüber der EU. So tickt die Salzburger Jugend. Genauer: Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 268 Schülern des BORG und der HAK in Oberndorf soewie des Rottmayr-Gymnasiums der Schwesternstadt Laufen. Durchgeführt wurde dieses gesellschaftspolitisch relevante Projekt von der 6. Klasse Naturwissenschaft des Borg Oberndorf.

Überraschende Ergebnisse

Von Anfang Mai bis Schulschluss waren die 11 Mädchen und acht Burschen in fünf Arbeitsgruppen unter der Leitung ihrer Geo-Lehrerin Michaela und Projektmanagerin Lindner-Fally bei der Detailarbeit (mit dem Konzept, der Organisation, der Ausarbeitung der Fragen und der digitalen Umsetzung beschäftigt.) Eine der Schlüsselfragen: "Was sollte die EU zur Bewältigung der Flüchtlingskrise tun?"

Keine Rede von Zäunen und Mauern

Fast 74 Prozent der Befragten wollen die Flüchtlinge gerecht in den EU-Staaten verteilen. Je 50 Prozenrt sind der Meinung, dass Asylverfahren beschleunigt, Unterkünfte gebaut bzw. Arbeitsplätze für Asylanten geschaffen werden müssen. Ebensoviele Jugendliche glauben, dass in den Konfliktregionen entschlossen für Frieden vermittelt werden sollte. 36 Prozent wollen strenge Kontrollen an den EU-Außengrenzen, aber nur je sechs Prozent wollen die EU-Außengrenzen bzw. die Grenzen nach Österreich und Deutschland schließen. Das klingt absolut nicht nach Angst vor dem Unbekannten.
Grafik
In allen sechsten Obderstufen-Klassen steht die EU zentral auf dem Lehrplan. Dennoch überrascht die Zustimmung für die viel-geschmähte Union. Aber die Grafik macht deutlich: Für die meisten Jungen führt kein Weg an der EU vorbei.

Ein neuer Geist

Die Schüler haben für ihre Umfrage deutlich mehr gearbeitet als die zwei Geografie-Wochenstunden. Und das, obwohl genau diese sechste Klasse als schlapp und unmotiviert bekannt war. "Ja, im Vorjahr musste fast jede Schularbeit wiederholt werden. Die Klasse war geistig wie gelähmt. Durch dieses Projekt sind sich aufgewacht, darauf kann die Schule stolz sein", sagte Lindner-Fally.
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