05.07.2017, 11:00 Uhr

Leichenfund schockiert Mattsee

Das Haus des 73-jährigen Toten. (Foto: Franz Neumayr)

Polizisten entdeckten im Ortsteil Aug eine stark verweste Leiche. Die Bevölkerung ist bestürzt.

MATTSEE (jrh). Einen entsetzlichen Fund haben Polizisten vergangene Woche in einem Einfamilienhaus in Mattsee gemacht. In einem Müllcontainer in der Garage des Anwesens wurde die Leiche des 73-jährigen Hausbesitzers entdeckt. Der Tote war in Kunststoffplanen, Säcke und ein Leintuch eingewickelt. Eine 60-jährige Deutsche wurde festgenommen und steht unter Mordverdacht, wie die Polizei berichtet.

Polizei zeigt sich schockiert

"Ich bin schon seit 33 Jahren bei der Polizei, aber so etwas habe ich bisher noch nicht erlebt", erzählt Obertrums Polizeikommandant Hannes Moser gegenüber den Bezirksblättern. Den Posten hat er bereits seit 19 Jahren inne. "Der Leichenfund hat mich sehr schockiert", gibt Moser zu.

"Fühle mich betroffen"

"Wir leben hier immer in Frieden und Geborgenheit, da überrascht einen eine solche Meldung natürlich", sagt Peter Oberleithner aus der oberösterreichischen Nachbargemeinde Palting. "Ich fühle mich sehr betroffen", verrät auch Daniela Huber. Die gelernte Buchhalterin wohnt seit zwei Jahren in Mattsee und gibt an, sich bisher "sehr sicher" gefühlt zu haben.

Niedrige Kriminalitätsrate

Julia R. hat von der Nachbarin über den Vorfall erfahren: "Ich fühle mich trotz des mutmaßlichen Mordfalls immer noch sicher in Mattsee." Die Mutter der 19-jährigen Studentin ist "sehr erstaunt", dass "so etwas in unserer Nähe passiert ist." Die Krankenschwester meint: "Eigentlich haben wir hier nicht sehr viel Kriminalität."

"Nur ein Einzelfall"

Polizeikommandant Moser beruhigt: "Die allgemeine Sicherheitslage bleibt unverändert. Es handelt sich glücklicherweise nur um einen Einzelfall, der sich im persönlichen Umfeld des Toten abgespielt hat." Moser meint, die Polizei sei weiterhin sehr um die Sicherheit der Bevölkerung bemüht. Mittlerweile hat das Landeskriminalamt (LKA) Salzburg die Ermittlungen rund um den Leichenfund aufgenommen. Die 60-jährige Verdächtige, für die die Unschuldsvermutung gilt, soll dem 73-Jährigen Schlaftabletten gegeben haben, die dieser zusammen mit einem Potenzmittel eingenommen haben dürfte. Tags darauf sei er tot im Bett gelegen. Sie soll den Toten selbst eingewickelt und "entsorgt" haben, so das LKA.
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