16.09.2016, 16:38 Uhr

Nußdorfer Jungbauern gründeten eigene Schranne

Die Idee der Schranne geht auf Christina Zauner und Roman Grillneder zurück. Der Markt findet vor dem Neuwirt statt. (Foto: Michael Fuchshofer)

Erstmals hat es in Nußdorf eine eigene Schranne gegeben. Der Fokus liegt auf Regionalem und Saisonalem.

NUSSDORF (buk). Eine Selbstvermarktungsplattform in Eigenregie haben die Jungbauern in Nußdorf erstmals auf die Beine gestellt. "Wir haben selbst immer mehr Wert darauf gelegt, wo unser Essen herkommt – und dann die Lösung gefunden, dass Selbstversorgung bis zu einem gewissen Maß perfekt funktioniert", erzählt Christina Zauner. Doch was tun, wenn hier etwas übrig bleibt? Gemeinsam mit Roman Grillneder hat sie die Idee einer eigenen Schranne entwickelt.

Konzept begeistert aufgenommen

"Die Schwierigkeit in Nußdorf war, dass viele gar nicht wissen, was es im Ort alles gibt und was hier tatsächlich angebaut werden kann", sagt Grillneder. Gemeinsam haben die beiden mit dem Fahrrad sämtliche Jungbauern abgeklappert und ihr Konzept – das sofort begeistert aufgenommen wurde – präsentiert. "Natürlich steckt hier auch eine strategische Entscheidung dahinter: Will ich mir den Aufwand der Selbstvermarktung antun?", erklärt Zauner.

"Das Dorf hat gelebt"

Nach mehreren Treffen im Vorfeld stand rasch fest: Die Schranne wird umgesetzt. "In Nußdorf gibt es eine klasse Handschlagqualität, das funktioniert", berichtet Zauner. Bei der Schrannen-Premiere am 10. September hat sich zudem gezeigt, dass der Markt aufgeht: "Einige Händler waren nach gut zwei Stunden quasi leergekauft, das Dorf hat gelebt", freut sich Grillneder – und das, obwohl die Bauern bereits mehr angetragen haben, als ursprünglich geplant war.

"Lokal, saisonal, nachhaltig"

Das Motto des Marktes selbst lautet "Lokal, saisonal, nachhaltig – guade Lebensmittel vo dahoam". Dementsprechend rustikal wurden auch die Stände konstruiert. Grillneder hat hier einen Prototyp aus Europaletten entwickelt, an dem sich alle Beteiligten orientiert haben. "Die einfachsten Dinge wirken oft toll und vieles, mit dem man schmücken kann, hat man sowieso daheim", sagt Zauner. Auch auf Verpackungsmaterial wurde verzichtet und im Vorfeld dazu aufgerufen, eigene Körbe mitzubringen.

Gemeinde unterstützt

Unterstützung haben die Jungbauern dabei unter anderem von der Gemeinde bekommen. "Der Bürgermeister war begeistert und hat – ohnehin benötigte – Plakatständer vorzeitig nachbestellt und uns geborgt, damit wir die Schranne bewerben können", erzählt Zauner. Darüber hinaus sollte die Schranne weder dem Nahversorger im Ort – wo ein Werbeplakat aufgehängt wurde – noch dem Bäcker Konkurrenz machen. "Die Schranne muss eine gute Ergänzung sein", so Zauner.

Der nächste Markt-Termin wurde für den 22. Oktober festgelegt. Nach einer Winterpause – und dem "Winterschlaf der Natur" – soll das Projekt dann ab dem Frühjahr 2017 fortgesetzt werden. "Wir sind überzeugt, dass die Rückkehr zur Regionalität nicht bloß ein Trend ist, der wieder abflaut, sondern dass ein nachhaltiger Wertewandel dahinter steckt", sagt Zauner.


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