26.07.2017, 09:22 Uhr

"On the road ist klasse" – Cornerstone-Sängerin Alina Peter im Interview

Die Band Cornerstone setzt seit gut zwei Jahren auf die Lamprechtshausener Sängerin Alina Peter. (Foto: Cornerstone/Kezia White)

Alina Peter aus Lamprechtshausen erzählt über ihr Leben in der Band "Cornerstone".

Heute Anthering, morgen Köstendorf, Anfang August Feldkirch – wie fühlt es sich an, so viel unterwegs zu sein?
ALINA: Gerade in Salzburg zu spielen ist für mich speziell. Ich fühle mich hier noch viel wohler, obwohl wir etwa in Vorarlberg bisher auch nur coole Konzerte gehabt haben. Dort ist auch gutes Feedback gekommen – sofern man versteht, was die Leute sagen. "On the road" zu sein ist einfach klasse!

Was waren deine Tour-Highlights und worauf hättest du bisher gerne verzichtet?
ALINA: Positives Highlight war sicher die erste England-Tour. Ich bin in die Band hineingekommen und es war wie ein positiver Schlag ins Gesicht, mit Radiointerviews und 40 Auftritten. Wir sind 24 Stunden hinauf gefahren und direkt zum BBC-Live-Interview – ohne Schlaf und ohne Dusche. Das Konzert danach ist super gelaufen, auch, wenn wir so fertig waren, dass ich nicht mehr genau weiß, wie es abgelaufen ist. Sensationell war definitiv auch "Rock am Platz" – viele Leute haben eine gute Zeit gehabt und richtig abgefeiert. Negativ war ein Gig, bei dem ich kurz vorher krank geworden bin. Im Rettungsauto haben Sanitäter gefragt, warum ich beim Konzert war. Ich habe gesagt, dass ich eigentlich singe, und selbst nicht weiß, wer meinen Part übernimmt. Auch bei der letzten England-Tour haben wir wenig Glück gehabt. Uns ist das Getriebe vom Bus kaputt gegangen und wir waren nur mehr mit dem vierten Gang unterwegs – begauf sehr, sehr langsam. Die Fahrt hat ewig gedauert.

Cornerstone sind beim US-amerikanischen Label ATOM Records unter Vertrag. Warum seid ihr dafür über den großen Teich gewandert?
MICHAEL: Wir haben anfangs zwei, drei Konzerte pro Jahr gespielt und sind 2006 von ATOM Records über Myspace angeschrieben worden. Damals habe ich mir gedacht: "US-Label? Wir werden Superstars!" Es ist ein kleines, feines Label, das uns aber die künstlerische Freiheit lässt.

Seht ihr in Zeiten der Online-Streamingdienste noch Möglichkeiten, mit Musik Geld zu verdienen?
ALINA: In Österreich ist das schwierig, aber machbar.
MICHAEL: Hierzulade müsste man schon andere Musik machen, etwa Schlager oder Deutschrock. Da ist Geld drinnen.
ALINA: Ich freue mich immer besonders, wenn jemand unsere Musik auf CD haben will und sich vielleicht sogar signieren lässt.

Ihr bezeichnet eure Musik selbstironisch als „unhip, uncool und un-sexy“. Was hat es damit auf sich?
MICHAEL: Daran bin ich schuld. Wir waren in einem deutschen Magazin vertreten, ich habe das durchgeblättert und gefunden, dass alle gleich und austauschbar ausschauen. Gegenüber denen schauen wir recht "uncool" aus.
ALINA: Außerdem ist es unsympathisch, wenn sich jemand selbst als "cool" bezeichnet. Wir machen Melodic Rock und wollen gar nicht mit dem Trend gehen.
MICHAEL: Einige Lieder klingen bewusst nach den 1980er-Jahren, der Rest ist zeitlos.

Aktuell gibt es von Cornerstone dreieinhalb Alben und 37 Songs. Was sind hier deine Favoriten?
ALINA: "Reflections" und die Lieder "Nothing to lose" und "True confessions". Ersteres ist eine klassische Rocknummer und im Rockigen fühle ich mich wohl. Das zweite hat einfach etwas. Etwas, das sich nicht erklären lässt, eine Art positives Gefühl. Im Vergleich zum Album "Somewhere in America" hat es vom Songwriting einen wahnsinnigen Sprung gemacht. Zudem wurde es von Harry Hess produziert, der unter anderem die Musik für Billy Talent und Muse abmischt.
MICHAEL: Zwei Test-Mixe haben wir zuvor mit Dennis Ward gemacht, der mit Frontiers Records arbeitet, aber er hat unsere Musik zu sehr aufgeblasen. Das passt nicht zu uns. Cornerstone sind intimer, persönlicher und direkter.

Alina, was muss man mitbringen, um als Flachgauerin musikalisch erfolgreich zu sein?
ALINA: Das ist echt schwierig. Man muss bereit sein, viel an sich selbst zu arbeiten und auch versuchen, alles sachlich zu sehen. Viel einstecken zu können ist ebenfalls erforderlich. Keinesfalls darf man aufgeben, oder sich sich in eine Richtung drängen lassen, die man nicht will. Ich habe außerdem sehr großes Glück gehabt – das gehört auch immer dazu. Ich bin zum Studieren nach Wien gegangen und wollte weiterhin Musik machen. Bei vielen Band-Anfragen habe ich aber kein gutes Gefühl gehabt, bis sich Michael gemeldet hat. Er hat mir per E-Mail und auf Facebook geschrieben "we want you in our band" – wir wollen dich in unserer Band. Ich habe eigentlich keine Wahl gehabt, wollte aber eh auch zu Cornerstone.
MICHAEL: Alinas Vorsingen war für mich dann reine Formalität.

Fakten zur Band:

Cornerstone wurde 1998 von den Brüdern Michael und Steve Wachelhofer in Mödling gegründet. Seit 2008 stehen sie beim US-Label ATOM Records unter Vertrag. Die Lamprechtshausenerin Alina Peter ist vor rund 2,5 Jahren dazugekommen. Mehr unter www.cornerstone.co.at und www.facebook.com/cornerstoneaustria
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