18.10.2017, 05:00 Uhr

Rathaus-Verkauf verschoben

Bürgermeister Peter Schröder besteht auf den Gleichheitsgrundsatz. "Jeder soll die gleiche Chance erhalten."

Der Verkauf des Rathauses verzögert sich. Nun ist eine Neuausschreibung des Vertrags nötig.

OBERNDORF (schw). "Ich bin seit 2014 am Rathaus interessiert. Es wäre eine Perspektive gewesen, aber unter den geforderten Bedingungen kann ich mich auf den Kauf nicht einlassen", so Karin Gruber vom gleichnamigen Café neben dem Rathaus. Bis zuletzt galt die Oberndorferin als potenzielle Käuferin. Doch die Unterzeichnung des Vertrags scheiterte. Die Stadtgemeinde will jenen Interessenten den Vorzug geben, die binnen drei Jahren ein Hotel oder eine Pension errichten.

Umbau auf eigene Kosten

Gruber würde für einen Umbau auch die dafür notwendigen finanziellen Mittel in die Hand nehmen. "Dass ich das Haus innerhalb von drei Jahren in einen Hotelbetrieb umbaue, ist für mich in Ordnung. Nur gibt es einen Vertragspunkt, der für mich nicht in Frage kommt", so Gruber. "Um eine langfristige Nutzung sicherzustellen, hat sich der Käufer zu verpflichten, bei einem allfälligen Weiterverkauf binnen 20 Jahren nach Vertragsunterzeichnung die Stadtgemeinde an dem Erlös mit der Hälfte zu beteiligen", lautet die Klausel. "Darauf kann ich mich nicht einlassen. Wir müssen in das Gebäude sehr viel investieren, das sich erst amortisieren muss. Was ist, wenn mir etwas passiert?", fragt sich die Cafétierin, die ein Hotel mit 14 Zimmern in Verbindung mit dem Café als ideale Ergänzung und als Aufwertung für die Stadt sieht.

"Gleiche Chancen für alle"

Um den Vertrag abzuändern, pocht Bürgermeister Peter Schröder auf einen Beschluss in der Gemeindevertretung und eine Neuausschreibung zum Verkauf. "Neue Kriterien müssen in den Gremien behandelt und neu ausgeschrieben werden. Ich fühle mich dem Gleichheitsgrundsatz verpflichtet. Wenn wir schon die Kriterien ändern, sollen auch alle Anbieter die gleiche Chance erhalten", so Schröder. Zur Sicherstellung, dass das Erdgeschoß gewerblich genützt wird, muss der Käufer ein entsprechendes Nutzungskonzept vorlegen. "Ein Hotel muss auf jeden Fall bevorzugt behandelt werden. Dementsprechend gehört der Vertrag geändert und der Käufer unterstützt", so Vizebürgermeisterin Sabine Mayrhofer, die sich für den Bau des Hotels einsetzt. "Das ist eine Aufwertung für Oberndorf", so Mayrhofer. Für das 594 Quadratmeter große Grundstück will die Gemeinde 421.211 Euro lukrieren. Die Gemeindevertretungssitzung ist für 20. November anberaumt.
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