24.01.2018, 12:30 Uhr

"Wir waren in einem Flow"

Im Nationalteam: Wir kennen uns alle schon sehr lange und sind gut befreundet. (Foto: ÖFB)

Der zweite Teil des Interviews mit Sarah Zadrazil.

Die Frauenfußball EM 2017  hat in ganz Österreich einen „Frauenfußball Hype“ ausgelöst. Was hat das danach für für die Spielerinnen verändert? Hat sich etwas verändert?
SArah ZADRAZIL: Während der EM in den Niederlanden haben wir diesen Hype um uns gar nicht so mitbekommen, einmal abgesehen von den „Sozialen Medien“ waren wir im Spielerhaus eigentlich sehr abgeschottet. Nach der EM war diese Erfahrung sehr außergewöhnlich und auch sehr besonders für uns. Wir wurden auf einmal auf der Straße erkannt und mussten Autogrammkarten vergeben, was vorher nicht der Fall war. Interessanterweise war der „Hype“ in Österreich größer als in Deutschland. Für die Österreichische Bundesliga im Frauenfußball hat sich unglücklicherweise auch durch die EM wenig verändert, vor allem finanziell nicht.

Sie haben sich bei der EM schwer verletzt. Gibt es jetzt noch Probleme mit der Verletzung?
SARAH ZADRAZIL: Nein, ich habe mich, nach der EM und zurück in Potsdam einer REHA unterzogen und mich gründlich auskuriert. Alles ist wieder wunderbar.

Was waren die Erfolgsfaktoren bei der der EM in Holland?
SARAH ZADRAZIL: Ich würde sagen, wir sind einfach sehr unbekümmert an die Sache herangegangen. Wir hatten von Anfang an eine Außenseiterrolle und die Erwartungshaltung war niedrig, das hat jeden Druck von uns genommen und wir haben einfach gespielt. Daneben muss ich sagen, dass wir uns als Team natürlich alle ewig kennen und auch sehr gut befreundet sind. Uns so hat sich dieser ich möchte sagen „Flow“ ergeben, den die Zuschauer daheim am Fernseher wahrscheinlich auch mitbekommen haben. Ein wesentlicher Faktor war natürlich auch der Trainer und die richtige Taktik.

Sarah, sie machen sich jetzt nach dem wohlverdienten Weihnachtsurlaub wieder auf den Weg nach Potsdam. Sie haben den Vertrag dort vor Kurzem bis 2020 verlängert. Gab es schon Versuche sie abzuwerben?

SARAH ZADRAZIL: Die Transferphase beginnt eigentlich immer erst im Frühling. Das Management der Turbine Pottsdam ist aber schon sehr viel früher auf mich zugekommen, vor allem auch um einem Wechsel oder Anfragen im Frühling zuvorzukommen. Weil Potsdam eine wirklich super Stadt ist, der Verein sehr familiär und vor allem weil ich mich dort sehr wohl fühle, sind wir uns schnell einig geworden und ich habe den Vertrag verlängert.

Wie gestaltet sich der normale „Alltag“ einer Turbine Potsdam Spielerin?
SARAH ZADRAZIL: Pro Woche sind ca 7-8 Trainigseinheiten angesagt. Wir trainieren ein bis zweimal pro Tag. Nach dem Vormittagstraining gehen wir Mittagessen oder vielleicht einen Kaffee trinken und je nach dem ob wir frei haben oder nicht, wieder ins Training. Einmal pro Woche findet dann noch ein Spiel statt. Ansonsten mache ich das, was andere junge Menschen auch machen.

Stichwort Frauenfußball WM Quali 2019: Was ist ihre Prognose?
SARAH ZADRAZIL: Schwierig. Prognose habe ich wirklich keine. Natürlich war das 4:0 gegen Spanien ein herber Rückschlag, aber vielleicht war auch bei uns am Ende dises Jahres einfach „die Luft raus“. ABER – es kann aber noch viel passieren und es sind noch viele, viele Spiele zu meistern.

Was sind ihre persönlichen und beruflichen Wünsche für 2018?
SARAH ZADRAZIL: Ich wünsch mir natürlich Gesundheit für mich und meine Familie und dass mir die Freude am Fußball erhalten bleibt.
Danke für das Interview!
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.