06.12.2017, 14:03 Uhr

"Betriebsräte selten im Fokus"

ÖGB-Vorsitzender Peter Eder (im Bild mit Siegfried Pichler) will die Betriebsräte in den Fokus rücken. (Foto: ÖGB Salzburg/Müseler)

ÖGB stellt den Tag des Ehrenamtes ganz ins Zeichen der Betriebsräte

SALZBURG/BÜRMOOS (buk). Das Engagement der rund 4.700 Salzburger Betriebsräte hat ÖGB-Landesvorsitzender und Noch-Bürgermeister Peter Eder am internationalen Tag des Ehrenamtes hervorgehoben. "Leider wird selten an die Betriebsräte gedacht, wenn vom Ehrenamt gesprochen wird", sagt der Bürmooser. Dabei seien nur die wenigsten Betriebsratsvorsitzenden in Unternehmen mit mehr als 150 Beschäftigten tätig, womit eine Freistellung einhergeht. "Der überwiegende Teil ist aus Überzeugung Betriebsrat und opfert einen Teil seiner Freizeit für die Anliegen der Kollegen", so Eder.

"Unternehmen profitieren"

Dabei zeigt der Arbeitsklima-Index der Salzburger Arbeiterkammer, dass durch einen Betriebsrat auch die Unternehmen selbst "enorm profitieren". Beschäftigte sind demnach in organisierten Betrieben einfach zufriedener; Betriebsräte seien als Bindeglied zwischen Geschäftsleitung und Beschäftigten das "eigentliche Rückgrat" der österreichischen Betriebe. "Wer zufrieden ist, ist auch produktiver", sagt ÖGB-Landesgeschäftsführerin Heidi Hirschbichler.

Häufig noch Widerstand

Dabei hätten Arbeitnehmer bei der Gründung eines Betriebsrats häufig noch mit Widerstand zu kämpfen. "Gerade in jüngster Vergangenheit verzeichnen wir gehäuft Anfragen zu Neugründungen", erzählt Eder. Um diese zu unterstützen, will er das Image der Betriebsräte bei Wirtschaftstreibenden weiter verbessern.

ÖGB will Freistellungsgrenzen senken

Auch die Forderungen des ÖGB hat der Landesvorsitzende erneut aufgegriffen: Der Kündigungsschutz müsse neben den Betriebsräten selbst auch für jene gelten, die sich für Betriebsratswahlen einsetzen. Auch die Freistellungsgrenzen sollen laut ÖGB gesenkt und die Bildungsfreistellung erweitert werden. Letztere müsse auch für Ersatzbetriebsräte, Ersatzpersonalvertreter und Ersatz-Jugendvertrauensräte gelten.
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