Von der Saat zur Ernte: So lernen Städter das Leben am Bauernhof kennen

Martin Flicker in einem seiner Glashäuser.
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  • Martin Flicker in einem seiner Glashäuser.
  • Foto: Foto: ÖROK/Fischer
  • hochgeladen von Andrea Peetz

WIEN. Martin und Andrea Flicker betreiben am Rande des 22. Bezirks einen der modernsten Gurkenbetriebe Österreichs. In ihren 42.000 Quadratmeter großen Glashäusern produzieren sie Gurken und beliefern den heimischen Lebensmitteleinzelhandel.

Für die Eventreihe „AfterWork am Bauernhof“ öffnen sie interessierten Konsumenten ihre Tore und geben Einblicke in die Gurkenproduktion.

Zehn Tonnen Ernte

Seit 33 Jahren ist Martin Flicker bereits Gärtner und hat den Betrieb einst von seinen Eltern übernommen. Neben den großen Gurken baut er auch Mini- und Snackgurken an. Rund zehn Tonnen Gurken ernten Flicker und seine 55 Mitarbeiter täglich. Dabei legt der Familienbetrieb viel Wert auf technische Innovation und Nachhaltigkeit. Bewässert werden die Pflanzen mit Brunnen- sowie aufgefangenem Regenwasser.

Um eine ganzjährige Bewirtschaftung erzielen zu können, werden die Gurken etwa 18 Stunden am Tag mit LED-Licht versorgt und die Temperatur konstant auf 20 Grad gehalten. Mit „AfterWork am Bauernhof“ hofft Flicker Konsumenten die „Wiener Landwirtschaft, besonders aber die Erzeugung von Gurken“ näher bringen zu können,

Eigene Schlachtung am Hof

Auch Vinzenz und Julia Harbich sind mit ihrem Biohof Teil des Projekts. Der Bauernhof hat sich auf Freiland-Rinder und -Schweine spezialisiert. In Aderklaa im Marchfeld bewirtschaftet der Familienbetrieb rund 57 Hektar. Die Rinderherde besteht großteils aus der Rasse Tiroler Grauvieh. Familie Harbich hat sich der Mutterkuhhaltung verschrieben. Die Kälber bleiben somit bis zur Schlachtung bei der Mutter und werden nicht frühzeitig getrennt.

Während die Rinder im Winter in einem offenen Laufstall gehalten werden, übersiedeln sie ab Mitte April auf die Weiden. Die Familie verzichtet zur Gänze auf gekauftes Fertigfutter. Die Schlachtung selbst findet direkt am Hof statt, Vinzenz Harbich dazu: „Wir können jedes Steak seinem Tier zuordnen“. Anschließend hängen die Rinderschlachthälften in einer Klimakammer 16-23 Tage ab. Im eigenen Bioladen werden die selbst erzeugten Wurst- und Fleischspezialitäten zum Verkauf angeboten.

Startschuss im September

Das Projekt „AfterWork am Bauernhof“ wurde vom Österreichischen Kuratorium für Landwirtschaft und Landentwicklung (ÖKL) ins Leben gerufen. In den kommenden zwei Jahren können Konsumenten aus dem urbanen Raum heimische Betriebe besuchen und Landwirtschaft hautnah erleben. Gestartet wird ab September in Wien, Graz, Linz und Klagenfurt. Weitere Informationen zur Anmeldung finden Sie unter: www.afterwork-am-bauernhof.at

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