Artikel: Donaufelder Pfarrkirche (Sankt Leopold)

12Bilder

Quelle: Wikipedia, überarbeitet und fotografiert: Gerald Knezicek

Geschichte

Die Donaufelder Pfarrkirche war ursprünglich als Bischofskirche einer neuen niederösterreichischen Diözese geplant. Das erklärt auch die gewaltigen Ausmaße dieser Pfarrkirche (In der Pfarre leben ca. 7.000 Katholiken). Doch die höhere Politik wollte es anders, die neue Diözese wurde nie gegründet und die Pfarre Donaufeld der Erzdiözese Klosterneuburg unterstellt. So kam Donaufeld (die Pfarre St. Leopold) zu seiner imposanten Pfarrkirche. Floridsdorfer sprechen auch vom Stephansdom nördlich der Donau.
An der Grundsteinlegung am 6. Juni 1905 nahmen eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten teil. An der Spitze Kaiser Franz Joseph I. mit dem damaligen Wiener Bürgermeister Dr. Karl Lueger. Des Weiteren waren Erzherzog Friedrich, Erzherzog Leopold Salvator und der Propst des Stiftes Klosterneuburg Bernhard Johannes Peitl anwesend. Der Grundstein ist heute in der Apsis links vor dem Hochaltar eingemauert.
Mit dem Bau der Kirche war ursprünglich Baurat Franz Ritter von Neumann beauftragt worden. Als dieser noch vor der Grundsteinlegung starb, leiteten die Architekten Karl Troll und Johann Stoppel den Bau streng nach den Plänen Neumanns.
Die feierliche Weihe führte Fürsterzbischof Dr. Friedrich Kardinal Piffl durch. Von Seiten des Kaiserhauses nahm Erzherzog Peter Ferdinand daran teil. Der Schlussstein wurde gegenüber dem Grundstein eingemauert und mit einer Schmuckplatte versehen.
Als die Kirche bereits fertiggestellt war, mussten noch zwei Notausgänge errichtet werden, da nachträglich festgestellt wurde, dass bei einem Fassungsvermögen von 5.000 Personen zu wenige Ausgänge vorhanden waren.
Der Sakramentsaltar der Kirche stammt aus dem Akademischen Gymnasium und wurde erst 1940 aufgestellt. Da man aber der Meinung war, er störe das Jugendstil-Gesamtbild der Kirche, wollte man ihn wieder abtragen lassen. Nach Bekanntwerden der Kosten von damals 30.000 Schilling nahm man von einer Abtragung wieder Abstand. Der Sakramentsaltar befindet sich noch heute in der Kirche.

Standort

Sankt Leopold steht in der Mitte des Kinzerplatz (in Donaufeld). Dieser wurde 1919 nach dem Wasserbautechniker Karl Kinzer (1857–1916) benannt. Er war Beamter im Wiener Stadtbauamt (ab 1887), Baurat (1906) und Oberbaurat (1910); Kinzer wirkte maßgeblich an der Erbauung der II. Wiener Hochquellenwasserleitung mit. Er genoss einen weit über die Grenzen Österreichs hinausgehenden Ruf und war u.a. als Konsulent für die Wasserversorgung von Athen und Triest tätig. Der Platz hieß davor Leopoldsplatz.

Das Gebäude

Die neugotische Hallenkirche aus Backstein hat ein Langhaus (Hauptschiff) mit quer gestellten Giebeldächern über den Seitenschiffen und einem etwas niedrigeren eingezogenen Chor, der durch Strebepfeiler und zwei- bis vierbahnige Spitzbogenfenster gegliedert ist. Seitlich des Chores befinden sich zweigeschoßige Anbauten und überkuppelte Treppentürmchen. Die nordwestliche Giebelfront ist von überkuppelten Treppentürmchen flankiert; vorangestellt ist der mächtige Turm mit offener Vorhalle und achtkantigem Spitzhelm.

Ausmaße

Die Kirche ist 35 m breit und 80 m lang; die lichte Höhe des Gewölbes beträgt 18 m. Der Kirchturm ist 96 m hoch. Damit ist der Turm der dritthöchste Kirchturm von ganz Wien. Die Donaufelder Pfarrkirche findet sich somit auch im Mittelfeld der Liste der höchsten Sakralbauten der Welt wieder. Des Weiteren ist sie auch die drittgrößte Kirche in Wien und besitzt den größten Holzdachstuhl Wiens. Sie bietet laut amtlichen Protokollen 5.000 Menschen Platz.

Das Innere

Bei der Ausgestaltung des Inneren wurden besondere Akzente gesetzt. Der in Metalltreibarbeit hergestellte imposante Hochaltar ruht auf einem Marmorsockel und zeigt die Gruppe „Hl. Leopold und seine Gemahlin Agnes, kniend vor der Gottesmutter mit dem Jesuskind“. Die Pietà des linken Seitenaltars schuf Arthur Kaan. Von ihm stammen auch die Luster „Herz Jesu“ und „Herz Mariä“. Der rechte Seitenaltar stammt von dem Wiener Künstler Alexander Illitsch und zeigt „Die heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten“.
Vom kunsthistorischen Standpunkt aus ist das Innere der Kirche ein einzigartiges Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Orgel

In der Donaufelder Pfarrkirche befindet sich eine der interessantesten Orgeln ganz Wiens. Sie wurde 1910 von der Wiener Orgelbaufirma Josef Swoboda gebaut und ist die größte noch spielbare im Originalzustand belassene Swoboda-Orgel. Sie zählt insgesamt 1.940 Pfeifen, die kleinste misst 10 cm, die größte 9 m. Die Orgel wurde klangmäßig nie verändert und wird als Klangdenkmal angesehen.
Den Prospekt der Orgel zieren reliefartige Plastiken und zeigen die Figurengruppe „Die Hl. Cäcilia und zwei kniende Engel“.

Autor:

Gerald Knezicek aus Floridsdorf

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



7 Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.