Brauchtum
Im Dienste des Faschings

Präsident Peter Binder, Vizepräsident Erich Thüringer und Tanzmariechen Katharina
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Die Jedlersdorfer Faschingsgilde als älteste Faschingsgilde in Floridsdorf hält jedes Jahr zum Narren.

FLORIDSDORF. Wussten Sie, dass der Fasching gar nicht am 11. November beginnt, sondern am 7. Jänner? Peter Binder ist seit über dreißig Jahren Präsident der Jedlersdorfer Faschingsgilde, der ältesten in Floridsdorf. Er klärt auf: "Am 11. 11. findet nur das Narrenwecken statt. Dabei wird das neue Prinzenpaar präsentiert und die Gilde verkündet ihre Pläne für die bevorstehende Saison."
Außerdem übernehmen an diesem Tag die Narren das Rathaus – symbolisiert durch die Schlüsselübergabe beim Bezirksvorsteher.

Aufgaben der Faschingsgilde

Primär zählt das Aufrechterhalten des Faschingsbrauchtums zur Hauptaufgabe der Gilde. Dies geschieht unter anderem mit der jährlichen "Bütt", den jährlichen Faschingssitzungen. Ab April beginnen die Vorbereitungen für die Bütt im nächsten Jahr. Es gibt regelmäßige Treffen des Ensembles, wobei alle Mitarbeiter ihre Zeit ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Sketche, Tanz- und Gesangsnummern werden überlegt und geschrieben. Ab Oktober werden dann bereits die Rollen gelernt, Tanzschritte und Liedertexte einstudiert und Kostüme geschneidert. Mit Ende Oktober beginnen die wöchentlichen Proben auf der Bühne.
Die Bütt der Jedlersdorfer Faschingsgilde findet in der Volkshochschule Angerer Straße statt. "Bei uns ist alles live, es gibt kein Playback", betont Binder. Die Gilde versteht sich als politisch unabhängiger Verein, der mit viel Freude und Enthusiasmus den Fans ein Programm mit Show, Live-Musik und Kabarett bietet.

"Urli Urli"

Wie jede andere Gilde hat auch die Jedlersdorfer Gilde ihren eigenen Erkennungsruf: "Urli Urli". 1108 hieß Großjedlersdorf „Urliugesdorf“, deren Bewohner „Urlinger“ genannt wurden. "Wir rufen eigentlich den Ur-Jedlersdorfer", so Peter Binder.
Derzeit besteht die Gilde aus 400 Mitgliedern, wovon 270 regelmäßig den Mitgliedsbeitrag von 17 Euro einzahlen. Aus diesen Mitgliedsbeiträgen und den Karteneinnahmen bei der Bütt finanziert sich der Verein. Die Mitglieder der Gilde kommen aus allen Altersgruppen, angefangen von der Minigarde und den Gardemädchen bis hin zu höheren "erwachsenen" Ämtern. Katharina, 11, ist seit drei Jahren dabei und das Tanzmariechen der Gilde. Weil man für dieses Amt sehr gelenkig sein muss, trainiert sie einmal pro Woche mit einem eigenen Trainer.

Faschingseingraben

Der Fasching endet am Faschingsdienstag mit dem traditionellen "Faschingseingraben". Dabei zieht die Gilde durch den Ort, bevor am Jedlersdorfer Platz der Narr in seinem Sarg feierlich begraben wird. Lustige Witwen, Pfarrerpredigt, Musik und ein Feuerwerk begleiten das Szenario. Dann ruht der Narr – bis zum nächsten Jahr.

Präsident Peter Binder, Vizepräsident Erich Thüringer und Tanzmariechen Katharina
Die Gardemädchen trainieren regelmäßig

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