Marchfeldkanal/Hasswellgasse
"Pferde im Gatsch tun mir so leid"

Eine Floridsdorferin sorgt sich um das Wohl der Tiere am Marchfeldkanal. Kontrollen gab es deshalb vom Veterinäramt.
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  • Eine Floridsdorferin sorgt sich um das Wohl der Tiere am Marchfeldkanal. Kontrollen gab es deshalb vom Veterinäramt.
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Eine Floridsdorferin macht sich große Sorgen um Tiere, die am Marchfeldkanal gehalten werden.

FLORIDSDORF. Eine Floridsdorferin ist bestürzt: "Die armen Pferde rutschen auf dem Gatsch und essen ihn teilweise mit. Sie haben kein Wasser und Heu zur freien Verfügung." Die Anrainerin möchte anonym bleiben, da es ihr "in erster Linie um die Tiere geht". Entlang der Hasswellgasse beim Marchfeldkanal werden zwei Pferde, drei Ponys und Ziegen auf einer gepachteten Fläche gehalten.

"Das arme Tier hat keine Möglichkeit sich irgendwo zu verstecken, da die großen Pferde das Pony nicht mehr ins Zelt lassen."
  • "Das arme Tier hat keine Möglichkeit sich irgendwo zu verstecken, da die großen Pferde das Pony nicht mehr ins Zelt lassen."
  • Foto: M. Schuster
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Geht es nach der Floridsdorferin, werden die Tiere nicht artgerecht gehalten, denn "sie leben auf engstem Raum, haben keinen ausreichenden Unterstand für diese Wetterverhältnisse, nicht genügend Wasser, Futter und sehen nicht gesund aus". Seit Oktober ist sie im Austausch mit verschiedenen Institutionen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.

"Unzumutbare Zustände"

Am liebsten würde die Tierliebhaberin einen Spendenaufruf starten und die Tiere freikaufen. Die Floridsdorferin befürchtet jedoch, "dass auf die Fläche dann später weitere Tiere hinkommen und sich das Ganze wiederholt". Dass die Tiere in "unzumutbaren Zuständen leben müssen" lässt sie seit Herbst 2020 nicht los. Sie wandte sich an Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ). „Artgerechte Tierhaltung ist mir ein wichtiges Anliegen. Deshalb habe ich sofort nach Bekanntwerden dieses Verdachtsfalls das Veterinäramt der Stadt Wien eingeschaltet“, meint Papai.

Screenshot 18.01.2021 (11.50 Uhr) https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003820
  • Screenshot 18.01.2021 (11.50 Uhr) https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003820
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Seit Oktober ist die MA 60 (Veterinäramt und Tierschutz) mit der Anrainerin in Kontakt. "Es wurden bereits sechs Kontrollen durchgeführt", verrät Amtstierärztin Kathrin Deckardt. Bei Bekanntwerden solcher Fälle wird unter anderem die Einhaltung des Tierschutzgesetzes und der darauf beruhenden ersten Tierhaltungsverordnung überprüft – also ob den Tieren eine überdachte, trockene und eingestreute Liegefläche mit Windschutz in einem Ausmaß zur Verfügung stehe, sodass ein gleichzeitiges, ungestörtes Liegen ermöglicht werde. Wenn der Futterbedarf nicht ausreichend durch Weide gedeckt wird, müsse zusätzliches Futter angeboten werden.

Seit Oktober gab es schon sechs Kontrollen durch die Amtstierärzte.
  • Seit Oktober gab es schon sechs Kontrollen durch die Amtstierärzte.
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Deckardt ergänzt, dass das Tierschutzgesetz die Abnahme von Tieren nur bei Gefahr in Verzug, bei Schmerzen, Leiden oder Schäden der Tiere oder wenn man die Tiere in schwere Angst versetzt, vorsieht. Ebenso versichert sie, dass auf Grundlage des Tierschutzgesetzes alles Nötige veranlasst wurde. Georg Papai meint jedoch, dass dem aktuellen Bericht des Veterinäramts zufolge die Tierhaltung in der Hasswellgasse als artgerecht eingestuft worden sei.

Keine Baubewilligung

Nicht nur die Tierhaltung wurde überprüft, sondern auch die Weide. Von der Baupolizei wurde angeordnet, dass die Zelte und Abzäunungen abgebaut werden müssen, da keine Baubewilligung vorliege, meint Abteilungsleiter Gerhard Cech. Weiters erklärt er, dass die Pächterin eine frist von vier Monaten zur Entfernung der  nicht bewilligten Anlagen gegeben worden ist. "Sollte in dieser Zeit ein Ansuchen um Baubewilligung gestellt werden, wird dieses Ansuchen zuerst behandelt und die Frist ist damit gegenstandslos", erklärt er und ergänzt zudem, wenn ein Bauansuchen gestellt wird, muss berücksichtigt werden, dass die Liegenschaft im Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel liegt und daher Baubewilligungen nur in sehr eingeschränkten Ausmaß möglich sind.

Kommt es zu einer Absiedelung werden die Tiere unter Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bestimmungen anderweitig untergebracht. Dies überprüft wiederum das Veterinäramt. 

Wolfgang Neudorfer, Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal, zu der das Grundstück gehört, hat durch Zufall von den dort lebenden Tieren erfahren: "Wir haben sofort mit der Frau Kontakt aufgenommen." Die Pächterin war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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