Workshop für Schüler: Was uns Knochen erzählen

So macht Lernen Spaß: Archäologin Miriam Weberstorfer mit den Schülern der Praxis Neuen Mittelschule 1210.
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  • hochgeladen von Sabine Krammer

WIEN. Ein echter menschlicher Schädelknochen, ein riesiger Oberschenkelknochen einer Kuh und ein winziger Wirbelknochen eines Huhns: Das sind die Grundzutaten des Workshops von Miriam Weberstorfer. Unter dem Titel "Knochenarbeit" erfahren Schüler darin Spannendes über Knochen und dürfen sich selbst als Forscher, Kriminalisten und Forensiker versuchen.
"Knochen erzählen uns viele Geschichten. Sie verraten, wie alt eine Person war, aber auch, wie groß die Person war, welche Verletzungen sie hatte und woran sie gestorben ist", weiß die Archäologin.

Seit ihrer Kindheit hegt sie eine unbändige Leidenschaft für Rätsel und Geheimnisse aus der Vergangenheit. Das hat sie immer tiefer in die spannende Welt der Urgeschichte, Archäologie und Anthropologie eintauchen lassen.

Puzzle mit Knochen

Direkt von Ausgrabungen bringt Weberstorfer Fotos und Knochenfunde mit, zeigt Grabstellen, Grabbeigaben und ganze Skelette. Nach der mehr oder weniger theoretischen Einführung dürfen die Kinder dann endlich selbst Knochen in die Hand nehmen – und dabei ist die Überraschung groß: wie schwer so ein Knochen ist, wie glatt er sich anfühlt und manchmal auch sein Geruch. Da für Weberstorfer eine Ausgrabung wie ein Puzzle mit Knochen ist, hat sie für die Schüler einen Sack voller Knochen mitgebracht. In Kleingruppen dürfen sie die einzelnen Teile dem Menschen zuordnen. Als Orientierungshilfe wird schnell das Schul-Skelett aus dem Bio-Unterricht geholt und schon machen sich die Schüler ran ans Puzzle. Dabei lernen die Kinder auf spielerische Art und Weise, dass der erwachsene Mensch 210 Knochen hat, ein Baby aber mehr als 300, da diese erst im Laufe der Zeit zusammen-#+wachsen.

Wirbel und Bögen

Erstaunen ruft auch der eigene Fingerabdruck mit Schleifen, Bögen, Wirbeln und Linien hervor. „Es gibt keine zwei gleichen Fingerabdrücke“, verrät Weberstorfer. Damit können Menschen eindeutig identifiziert werden.
Ein Grund für Weberstorfer, neben ihrer Forschungsarbeit auch Workshops für Schulkinder zu organisieren, war, dass „ich neben den Toten auch mit Lebenden arbeiten wollte“. Sie liebt es, ihre Faszination für Knochen zu teilen, und schafft es mit ihren Workshops, dass Lernen zum Erlebnis wird.

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