Nach Russland-Interview
ÖVP-Politiker Christian Klar legt Parteifunktionen zurück
- Christian Klar legt seine Parteifunktionen bei der ÖVP nieder. (Archiv)
- Foto: Foto Schuster
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Der stellvertretende Bezirksobmann der ÖVP und Floridsdorfer Schuldirektor Christian Klar legt seine politischen Funktionen bei der Partei zurück. Er steht in der Kritik, dem russischen Staatsfernseher "Rossija 1" Interviews gegeben zu haben, die zu Propagandazwecken genutzt werden.
WIEN/FLORIDSDORF. Schlag auf Schlag ging es in der vergangenen Woche bei der Floridsdorfer ÖVP. Nachdem der ehemalige Bezirksvize und Direktor der Franz-Jonas-Europaschule, Christian Klar (ÖVP), dem russischen Staatsfernsehsender "Rossija 1" zwei Interviews gegeben hat, wird jetzt sein Rücktritt aus der Partei bekannt.
Zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten war "Rossija 1" zu Gast in der besagten Schule, zuletzt im vergangenen Jänner. Gegenüber dem "Falter", welcher die Thematik zuerst aufgriff, bestätigte Klar die Besuche bereits. Eine Erlaubnis für die Schulbesuche des Senders hätte es laut Bildungsdirektion nicht gegeben, sie waren davon nicht informiert. Nun der Rücktritt: Aus der Wiener ÖVP heißt es gegenüber der "APA": "Wir nehmen den Rücktritt von allen Parteifunktionen zur Kenntnis."
Ehemaliger Bezirksvize
Erst am Montag, 9. Februar, meldete Klar gegenüber der "Floridsdorfer Zeitung", dass die ÖVP "gerne meinen Rücktritt haben (können, Anm.), wenn sie will". Der Direktor hat in der Vergangenheit zwei Bücher zur aktuellen Situation innerhalb von Wiens Schulen geschrieben, mit Fokus auf Deutschförderung und den Islam. Zwischen 2020 und 2025 war Klar zudem stellvertretender ÖVP-Bezirksvorsteher in Floridsdorf.
- Christian Klar (rechts) bei einer Präsentation seines Buchs "Was ist los in unseren Schulen?".
- Foto: Oliver Plischek
- hochgeladen von Oliver Plischek
Mit dem russischen Sender sprach er laut "Falter"-Informationen über die "Islamisierung in Österreich". In der Vergangenheit sprach sich der Direktor bereits davon, dass in Wiens Klassen ein "Religionskampf“ herrscht. "Rossija 1", ehemals als "RTR" bekannt, ist seit 2022 in Europa nicht mehr empfangbar und steht in der Kritik, als Propagandawerkzeug Russlands zu wirken.
Nach Bekanntwerden der Interviews erhielt Klar Rückendeckung von der FPÖ, welche die Auftritte im Propaganda-Sender in einer Presseaussendung verteidigte. Nach den Freiheitlichen werde der Vorfall instrumentalisiert, um von Problemen im Bildungssystem abzulenken.
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