02.02.2018, 15:20 Uhr

Caritas LE+O: Viel mehr als ein Sack voll Lebensmittel

74 Freiwillige engagieren sich bei LE+O in der Pfarre Gartenstadt. Viele davon helfen seit Jahren regelmäßig mit.

Einmal pro Woche bietet das Lebensmittelverteilungsprojekt LE+O der Caritas in der Pfarre Gartenstadt einen Treffpunkt für Menschen in Armut.

FLORIDSDORF.  "Ich hätte bitte gern ein bisserl Obst. Das kann man sich ja sonst gar nicht mehr leisten." Sätze wie diesen hören die freiwilligen Helfer von LE+O bei der wöchentlichen Lebensmittelausgabe öfter. Jeden Donnerstag sammeln sich vor dem Eingang der Pfarre Gartenstadt bereits lange vor dem Aufsperren Menschen, die sich einen Einkauf in einem normalen Supermarkt nicht mehr leisten können.

"60 bis 80 Personen sind es jede Woche. Einmal hatten wir sogar über 90 Leute da", erzählt Renate, die Leiterin der Ausgabe in der Pfarre. Sie selbst arbeitet seit Beginn der Aktion im Jahr 2015 ehrenamtlich mit. "Meine Eltern hatten selbst ein Lebensmittelgeschäft, deshalb weiß ich, wie man mit Lebensmitteln umgehen soll, um möglichst wenig zu verschwenden. Und natürlich wollte ich Menschen helfen, denen es nicht so gut geht. Deshalb hab ich mich beworben."

Nachhaltige Hilfe

74 Freiwillige sind für LE+O in der Pfarre Gartenstadt im Einsatz, wienweit gibt es rund 1.000 Helfer. Ein wesentliches Stichwort ist dabei Nachhaltigkeit. So werden Lebensmittel, die von Supermärkten aussortiert werden, bei LE+O angeboten – alle in einem einwandfreien Zustand. Von Brot über Milchprodukte, Obst, Gemüse und Fleisch bis hin zu Babynahrung und Hygieneartikeln wird alles verteilt. 750 Tonnen Waren wurden auf diese Weise im vergangenen Jahr durch LE+O an Gäste ausgegeben und damit vor dem Entsorgen gerettet. Aber nicht nur bei den Lebensmitteln, sondern vor allem auch bei den Menschen, denen geholfen wird, wird auf nachhaltige Hilfe gesetzt. So sind bei jeder Lebensmittelausgabe auch Sozialarbeiter vor Ort, die kostenlos Tipps und Infos anbieten. Eva Schwaiger, die Leiterin des Projekts LE+O, ist stolz auf die Erfolgsgeschichten der Initiative, die seit 2009 in Wien aktiv ist. "Wir hatten sogar schon freiwillige Helfer, die selbst einmal Betroffene waren und sich auf diese Weise für die Hilfe durch LE+O bedanken wollten."

Freundschaften durch LE+O

Wenn der Einkaufstrolley gefüllt ist, gehen viele Gäste aber nicht gleich nach Hause, sondern nutzen noch die Gelegenheit, um bei Kaffee und Kuchen zusammenzusitzen und zu plaudern. So auch der Pensionist Rupert, der bei LE+O nicht nur Hilfe in Form von Lebensmitteln, sondern vor allem Freunde gefunden hat. "Jeder Donnerstag ist Pflichttermin in der Pfarre Gartenstadt. So kann ich für mich und meine behinderte Frau günstig Lebensmittel besorgen und außerdem etwas rauskommen, um zu plaudern. Das ist mindestens genauso wichtig wie etwas zu essen."
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