13.09.2016, 12:50 Uhr

Krankenhaus eröffnet vermutlich erst 2019

Bei der S-Bahnstation Brünner Straße entsteht das Krankenhaus Nord. Bettenkapazität: 785. (Foto: KAV)

Eröffnung verschiebt sich nach hinten, Kosten gehen nach oben. Kritik kommt vor allem von FPÖ und ÖVP.

FLORIDSDORF. "Fass ohne Boden" wurde das Großprojekt Krankenhaus Nord schon genannt. Die Floridsdorfer Baustelle, das Herz des Wiener Spitalskonzepts 2030, kommt nicht zur Ruhe. Ursprünglich war eine Eröffnung für das Jahr 2017 geplant, doch dabei wird es wohl nicht bleiben.

Inoffiziell heißt es, dass 2017 möglicherweise ein Probebetrieb ohne Patienten erfolgen kann. Die Inbetriebnahme der Technik, der Probebetrieb und das Genehmigungsverfahren seitens der Behörden dürfte einige Monate in Anspruch nehmen. 2018 soll dann der Teilbetrieb erfolgen und erst 2019 wäre das Floridsdorfer Krankenhaus in Vollbetrieb.

Kritisiert wird das Projekt vor allem von ÖVP und FPÖ. „Uns ist es ein Anliegen, Licht in dieses Dunkel zu bringen, weshalb wir diesbezüglich schon vor Monaten ein Rechnungshof-Prüfansuchen eingebracht haben, auf dessen Ergebnis wir nun gespannt warten", sagt etwa Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ). ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec: „Wir wollen alle aktuellen Fakten auf dem Tisch haben, was den Termin der Fertigstellung, und insbesondere, was die Kosten anbetrifft. Es kann nicht sein, dass die Bevölkerung Jahr für Jahr, die Inbetriebnahme betreffend, vertröstet wird."

Ursprünglich waren im Jahr 2010 für das Krankenhaus Nord rund 825 Millionen Euro geplant. Im Jahr 2014 erhöhte sich die Kostenschätzung dann auf 954 Millionen Euro. Heute spricht man bereits von 1,1 Milliarden Euro. Sowohl FPÖ als auch ÖVP gehen aber noch von weit höheren Kosten, im Falle der ÖVP gar von 1,5 Milliarden, aus.

Das Krankenhaus Nord entsteht auf einer Fläche von 51.000 Quadratmetern und soll mit insgesamt 785 Betten ausgestattet sein. 2.500 Menschen sollen hier arbeiten, 17.000 Operationen jährlich durchgeführt werden.
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