10.09.2014, 00:00 Uhr

Stammersdorfer Rollipilot

Jörg Leiter ist trotz seiner Erkrankung positiv und lebensfroh geblieben.

Regionaut Jörg Leiter lässt sich von seiner chronischen Erkrankung nicht unterkriegen.

FLORIDSDORF. Im März erst ist Jörg Leiter mit seiner Frau Brigitte nach Stammersdorf gezogen, doch er fühlt sich bereits heimisch: "Ich bin Stammersdorfer, kein Wiener", sagt der frühere Wirt schelmisch. "Hier kennen mich die Leute schon, hier grüßen alle zurück. Über der Donau, in Richtung Stephansdom, ist es kalt."

Wirt in Osttirol
Seit 2003 weiß Leiter, welchen Namen die Krankheit, die ihn schon seit Ende der 1990er plagt, hat: Polyneuropathie. Eine Erkrankung der Nerven, die im Fall von Jörg Leiter nicht heilbar ist und zu Lähmungen führt. Mit dieser Krankheit weiter ein Hotel in Osttirol zu führen, wie er es über zwei Jahrzehnte lang gemacht hat, war nicht möglich, erzählt er.

Zwischenstation Heilmasseur
"Durch meine eigenen Erfahrungen mit Schmerztherapie habe ich dann den Beruf des Heilmasseurs entdeckt, erlernt und ausgeübt", sagt Leiter. Auch das musste er allerdings aufgeben, denn 2010, nach einer Wanderung, konnte er plötzlich die Beine nicht mehr bewegen. Mittlerweile ist auch die rechte Hand gelähmt. Um seiner Frau Brigitte die Pflege zu erleichtern, ist das Paar nach Wien gezogen, wo sie Verwandte haben. Seine Krankheit hat an Jörg Leiters aktivem Lebensstil nichts geändert: "Der Marchfeldkanal ist für Rollstuhl-Ausflüge viel besser als das bergige Osttirol, da bin ich gern." Er freut sich auch schon darauf, bald wieder in einem Chor zu singen. Außerdem wünscht sich Leiter mehr Austausch unter Rollipiloten, wie er sie nennt, und hat dafür ein Treffen ins Leben gerufen: Jeden Dienstag ab 17 Uhr im Brünner Bräu in der Brünner Straße 190 – alle Interessierten sind eingeladen. Von seinen Aktivitäten berichtet Jörg Leiter auch auf www.meinbezirk.at
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