09.08.2016, 12:32 Uhr

Vice-Artikel wirbelt Staub um Floridsdorfer WiFF-Partei auf

WiFF-Parteiobmann Hans-Jörg Schimanek bemüht sich um eine diplomatische Lösung in der Causa Nowak. Ein bitterer Beigeschmack bleibt dennoch.

"Wir für Floridsdorf"-Vorstandsmitglied Raimund Nowak wurde mit zahlreichen unschönen Facebook-Kommentaren konfrontiert. Die Bezirks-Parteien fordern geschlossen in einem öffentlichen Schreiben Konsequenzen seitens der Partei von Hans Jörg Schimanek.

FLORIDSDORF. Dass Facebook-Profile nicht unbedingt so privat wie die Brieffreundschaften von früher sind, muss so mancher Bezirkspolitiker erst lernen. Was ordentliche Pressearbeit ist vielleicht auch. Das Online-Magazin "Vice-Alps" hat sich der Floridsdorfer WIFF-Partei angenommen und gesammelt, was insbesondere Vorstandsmitglied Raimund Nowak postet, teilt und kommentiert. Darunter finden sich Postings, die nahelegen, dass Frauen, die sich gegen geschlossene Grenzen aussprechen, "vergewaltigt, ausgeraubt und eventuell sogar ein bisschen ermordet werden" wollen.

Die Floridsdorfer Bezirksparteien der SPÖ, ÖVP, Grünen, NEOS und FPÖ sahen sich nach den Vorwürfen gegen Nowak und WIFF zu einem öffentlichen Statement veranlasst. "Manche meinen, dass es in der Bezirkspolitik nur um Einbahnen und wackelige Kanaldeckel geht. Aber hier findet genauso der Kampf um gute politische Kultur statt: Hasspostings, Rassismus und Gewaltverherrlichung dürfen nicht geduldet werden", sagt Bezirksrat Bernhard Herzog (SPÖ).


"Offenes Schreiben an das WiFF"

"Wir wollen im 21. Bezirk eine gute politische Kultur pflegen und genau deshalb sind Hasspostings nicht zu dulden – insbesondere von Personen, die aktiv im Vorstand einer politischen Partei sind. Wir fordern vom WiFF klare Konsequenzen in dieser Angelegenheit und eine Neuorientierung im Umgang mit Rassismus und Gewaltverherrlichung", heißt es in dem von Bernhard Herzog (SPÖ), Susanne Dietl (Grüne), Erol Holawatsch (ÖVP), Bernhard Koch (Neos) und Thomas Berl (FPÖ) gezeichneten Schreiben.

Konsequenzen habe es laut WiFF-Parteiobmann Hans Jörg Schimanek auch gegeben. Man habe "sehr viele Dinge, die uns nicht gefallen" gesehen und Raimund Nowak habe einen strengen Verweis durch das Präsidium erhalten. "Bei einer Anklage wird Nowak die Parteimitgliedschaft ruhend stellen. Bei einer Verurteilung wird er sie kündigen. So sind wir verblieben", sagt Schimanek. Postings wie "Gute Rassisten" oder "Gefängnisse sind für einen Neger Sanatorien. Aber wer mit Negern herum macht muss auch wissen, dass man sich in Gefahr begibt" sind anscheinend noch kein Ausschlussgrund seitens der Partei. Man sei der Vice dennoch dankbar für die Aufdeckung. "Was der Nowak postet schaue ich mir ja nicht so genau an", so Schimanek.

Den Sinn des öffentlichen Schreibens an seine Partei will Schimanek jedoch nicht erkennen. "Das ist dumm. In diese Richtung haben wir nichts am Hut. Die SPÖ soll sich lieber um den Bezirk und um die Bevölkerung kümmern. WiFF ist der SPÖ doch ein Dorn im Auge, da wir die aktivste Partei im Bezirk sind", sagt Schimanek. Im Artikel stimme laut Schimanek die Hälfte nicht. "Nowak war noch nie am Schießplatz", sagt er mehrmals. Bei Vice verfügt man über Screenshots, die anderes vermuten lassen.
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