Aktiv auch bei Kälte!

Laufen auch im Winter

BAD ZELL, BEZIRK. Je unwirtlicher es draußen wird, desto mehr lockt die gute Stube. Lieber verzieht man sich vor den Fernseher, als die Laufschuhe zu schnüren. Was also tun, um den Kampf gegen den „inneren Schweinehund“ nicht zu verlieren? Wir haben bei Sportmedizinerin Silke Kranz aus Bad Zell nachgefragt.
Hat eine Sportmedizinerin, die selbst aktive Triathletin und Marathonläuferin ist, eigentlich einen „inneren Schweinehund“? Silke Kranz schmunzelt: „Natürlich, ich glaube jeder Mensch hat ‚seinen‘ inneren Schweinehund. Für mein Wohlbefinden ist es aber einfach wichtig, so oft als möglich Sport zu treiben. Daher mache ich das auch. Es gehört für mich einfach dazu.“ Die gebürtige Steirerin Kranz, die nach ihrem Medizinstudium nach Oberösterreich gekommen ist, hat sich neben ihrer Tätigkeit als Allgemeinmedizinerin auf die Bereiche Sport und Ernährung konzentriert. Seit Jahren betreut und begleitet sie nicht nur Profisportler, sondern auch Freizeit- und Hobbysportler, die gesund durchs Leben gehen möchten. Das ist für sie im Übrigen kein Widerspruch: „Mir macht es Freude, Menschen dabei zu begleiten, ihre Ziele zu erreichen. Egal, ob es darum geht, einen Marathon zu laufen, oder einfach für sich persönlich den Weg zu einem gesunden Lebensstil zu finden – entscheidend ist, dem ersten Schritt konsequent weitere Schritte in die richtige Richtung folgen zu lassen.“

"Laufen geht immer"

Doch wie ist es nun mit dem inneren Schweinehund? Gerade in der kalten Jahreszeit ist es ja oft schwierig, sich aufzuraffen. Welche Tipps hat da die Ärztin? „In Wahrheit gibt es nur eine Lösung, und die heißt: Man darf mit seinem inneren Schweinehund gar nicht erst ins Gespräch kommen“, erklärt Kranz. Denn es gibt immer Gründe, warum man sich gerade jetzt im Augenblick nicht aufraffen kann: im Sommer ist es zu heiß, im Winter zu kalt, ein anderes Mal zu stürmisch, oder man fühlt sich zu müde. Doch das schlechte Gewissen drückt, und so kann man Stunden damit verbringen, mit sich selbst zu ringen, dass man eigentlich etwas tun sollte, aber irgendwie, gerade jetzt eben, aus diesem oder jenem Grund, es ungünstig ist. So vergehen oft Stunden, ohne dass etwas geschieht. Für dieses Dilemma gibt es nur eine Lösung: die „innere“ Diskussion gar nicht erst führen, sondern sofort eine klare Entscheidung treffen: ja, ich gehe laufen, walken, spazieren, oder nein, ich tue es nicht, und beschäftige mich dann auch nicht mehr damit. Wobei Silke Kranz dafür plädiert, sich einfach sofort auf den Weg zu machen. Sie zitiert Felix Gottwald, einer der erfolgreichsten österreichischen Wintersportler, der meint: „Laufen geht immer.“

Man ist nie zu alt!

Nicht jeder kann laufen, wichtig ist es daher, für sich selbst die beste Form der Bewegung zu finden. Denn ohne regelmäßige Bewegung kein gesundes Leben. Gymnastik, Walken, Laufen, Schwimmen, Radfahren – es gibt viele Möglichkeiten. Und das ist keine Frage des Alters: „Man ist nie zu alt, um Neues zu beginnen“, sagt Kranz. Diäten und Trainingsprogramme, die kurzfristig Erfolg versprechen, sieht sie kritisch. „Es geht nicht darum, in kurzer Zeit viel zu erreichen. Das schadet eher. Wichtiger ist, für sich selbst einen persönlichen, gesunden Lebensweg zu finden, und diesen konsequent und nachhaltig zu verfolgen. Das ist das einzige Erfolgsgeheimnis.“
Und wann ist der beste Zeitpunkt, damit zu beginnen? „Jetzt!“ Die Antwort ist eindeutig.

Die Tipps der Ärtzin für den Sport in der Kälte:

Man sollte sich im Zwiebelprinzip in mehreren Schichten anziehen. Zu Beginn der Belastung sollte das Körpergefühl eher kühl sein. Nach der Belastung rasch aufwärmen oder zumindest verschwitzte Kleidung wechseln. Bei empfindlichen Atemwegen unter minus 10 Grad eher Indoor-Aktivitäten ins Auge fassen. Bei längeren Belastungen trinken, obwohl das Durstgefühl weniger ausgeprägt ist _ am besten lauwarm.

Übrigens: Einblicke in die medizinische Arbeit von Silke Kranz gibt es in wenigen Wochen im ORF zu sehen: am 26. Februar 2017 um 18.25 Uhr wird in ORF 2 ein von Johannes Reitter gestalteter Bericht über die vielfältige Arbeit von Silke Kranz als praktische (Land-)Ärztin in Bad Zell gezeigt. Die Dreharbeiten wurden kürzlich abgeschlossen. Das ORF-Team hat Silke Kranz zwei Tage bei ihrer Arbeit in und um Bad Zell begleitet.

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