Freistädter Psychologin warnt
"Corona-Krise wird noch lange nachwirken"

Catherine Penz-Gieorgijewski leitet die Praxisgemeinschaft für Klinische Psychologie in Freistadt.
  • Catherine Penz-Gieorgijewski leitet die Praxisgemeinschaft für Klinische Psychologie in Freistadt.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Elisabeth Klein

Die Corona-Krise hat nicht nur wirtschaftliche Nachwehen. Jeder von uns leidet in den unterschiedlichsten Bereichen seines Lebens an den Folgen der Pandemie. Nicht unterschätzen dürfe man auch die Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit.

BEZIRK FREISTADT. "Nachdem zu Beginn der Pandemie vorwiegend und verständlicherweise das Augenmerk auf die akute medizinische Versorgung von Betroffenen gelegt wurde, wird den psychischen Folgen der Pandemie deutlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt", betont Catherine Penz-Gieorgijewski, Leiterin der Praxisgemeinschaft für Klinische Psychologie in Freistadt. Während die Zahlen der Erkrankten weiter zurückgehen und die physische Bedrohung schwindet, werden hingegen die psychologischen Folgen der Krise mehr und mehr spürbar. "Sie sind es, die noch über Monate andauern werden, auch wenn wir vollständig zu unserem gewohnten Alltag zurückgekehrt sind", warnt die Psychologin, die sich unter anderem auf die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien spezialisiert hat.

Es ist noch nicht vorbei

Die Pandemie traf und trifft die psychische Gesundheit aller Altersgruppen. Angst, Isolation und Einsamkeit sowie die Einschränkung der sozialen Kontakte und die wirtschaftlichen Konsequenzen werden als am meisten belastend empfunden. Das Fehlen der gewohnten Tagesstruktur erschwert den Alltag. "Noch immer sind viele Menschen in Kurzarbeit, Home-Office oder arbeitslos", unterstreicht Penz-Gieorgijewski. Homeschooling etabliere sich als zusätzliche Herausforderung für Kinder wie auch Eltern. Letztere erwartet mit den bevorstehenden Sommerferien eine weitere Herausforderung.
Menschen, die bereits vor der Pandemie an Beschwerden wie Angstzuständen oder Depressionen gelitten haben, sind nun besonders anfällig für stressbedingte Verschärfungen der Symptome. "Angst zu haben oder traurig zu sein sind nicht unbedingt gleich Krankheitssymptome. Doch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass wir noch immer keine 'Normalität' leben. Die damit verbundenen psychische Herausforderungen können für den ein oder anderen, Kinder wie Erwachsenen als auch ältere Personen, Leidenszustände hervorrufen, welche die Unterstützung von Psychologen notwendig machen."

Keine Scheu vor Hilfe

Nach wie vor ist es schwierig die Zukunft zu planen. Wir sind der Situation noch immer mehr oder weniger ausgeliefert. Da ergibt es Sinn, sein Leben so gut es geht in Ordnung zu bringen und Einfluss auf Dinge zu nehmen, wo es uns möglich ist. "Das gelingt meistens am besten mit einer außenstehenden Person, die nicht unmittelbar von der persönlichen Situation betroffen ist. So gesehen sollte man sich nicht scheuen, Unterstützung bei der Bewältigung der psychosozialen Folgen der Pandemie anzunehmen, um die Belastungen und Krisen besser bewältigen zu können und die Lebensqualität zu steigern", appelliert die Kassenärztin an Betroffene.

Nähere Infos: psychologie-freistadt.at

Autor:

Elisabeth Klein aus Freistadt

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