Der Arzt Tassilo Dückelmann erzählt
Früher musste man Tag und Nacht für Patienten da sein

Doktor TassiloDückelmann  mit seinem roten Panda, so wie er weitum bekannt ist.
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  • Doktor TassiloDückelmann mit seinem roten Panda, so wie er weitum bekannt ist.
  • Foto: Johann Schinnerl
  • hochgeladen von Elisabeth Hostinar

TRAGWEIN. Wenn man heutzutage krank ist, fährt man zum Arzt oder ins Krankenhaus. Vor 100 Jahre konnte das ein Problem sein. Zum einen waren die wenigsten mobil, zum anderen waren das medizinische Wissen und die Hilfsmittel natürlich nicht auf dem neuesten Stand.
"Es hat sich in den letzten 100 Jahren viel getan", meint auch Doktor Tassilo Dückelmann. Er war 44 Jahre lang Arzt in Tragwein und hat im Vorjahr die Ordination seinem Sohn Tassilo Dückelmann jun. übergeben. Dieser führt die Ordination in Tragwein, Markt 2, jetzt in der sechsten Generation weiter.
"Als ich anfing, war die Arztdichte in der Umgebung sehr gering. Da konnte es schon vorkommen, dass ich an einem Tag nach der Ordination um die 200 Kilometer an Visiten gefahren bin und so der Tag 20 Stunden gedauert hat."
Bereitschaft hatte man sowieso Tag und Nacht. "Es wurde besser, als ich mich mit Doktor Gruber aus Bad Zell abgesprochen hatte, die Nacht- und Feiertagsdienste aufzuteilen."
Autos gab es noch wenige. Daher hatten mache Patienten, auch ältere, einen langen Fußmarsch hinter sich, bevor sie in die Ordination kamen. Verletzungen wurden alle vor Ort oder in der Ordination versorgt. Nur wenn eine Operation nötig war, wurde der Patient ins Krankenhaus gebracht.
In Tragwein gibt es erst seit 1969 einen Rettungsdienst. Das Krankenhaus Freistadt wurde erst vor 70 Jahren gebaut. Die Hälfte der Entbindungenw waren Hausgeburten. Es gab noch keine Ultraschallgeräte. So kam es vor, dass Mütter erst bei der Geburt von Zwillingen erfuhren.
Das Stethoskop ist heute noch das gleiche wie früher und nach wie vor das wichtigste Hilfsmittel für Untersuchungen. "Blutuntersuchungen machte ich seit Beginn meiner Praxis. Dass es verschiedene Blutgruppen gibt, ist erst seit den 20er Jahren bekannt", so der enagierte Mediziner. "Aspirin ist eines der ersten chemisch hergestellten Medikamente. Üblicherweise musst man sich früher mit mit Salben und Extrakten aus Heilpflanzen oder einem Aderlass, eben wie zu Zeiten meines Großvaters, begnügen."
Nach dem 2. Weltkrieg wurde dann durch die Amerikaner Penicillin bekannt. "Vor 1945 waren Lungenentzündung, Scharlach, Keuchhusten oder andere bakterielle Erkrankungen oft tödlich. Sogar mein Bruder Rudi ist mit acht Jahren an Scharlach gestorben", erzählt Dückelmann von den traurigen Ereignissen in seinem Leben.

Doktor TassiloDückelmann  mit seinem roten Panda, so wie er weitum bekannt ist.
Der Arzt Tassilo Dückelmann aus Tragwein, wie ihn jeder kennt
Autor:

Elisabeth Hostinar aus Freistadt

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