Diätologin übers Fasten
"Macht man es richtig, macht es glücklich"

Fasten muss nicht immer verzichten heißen, man kann auch bewusst neue, gesunde Gerichte ausprobieren.
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  • Fasten muss nicht immer verzichten heißen, man kann auch bewusst neue, gesunde Gerichte ausprobieren.
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Präventiv, therapeutisch, intermittierend, spirituell – es gibt viele Gründe fürs Fasten und viele verschiedene Arten davon. Heil-, Basen- und Intervallfasten ist weit verbreitet, nicht nur, aber gerade zur Fastenzeit. Doch was ist der Unterschied und welche Wirkung hat das Fasten auf unseren Körper und unseren Geist? Die Kefermarkter Diätologin Mariella Istok klärt auf. 

BEZIRK FREISTADT. Seit mehreren Jahrtausenden praktizieren die Menschen unterschiedliche Formen des Fastens, meist aus religiösen Motiven. Der Begriff des „Heilfastens“ wird durch den Arzt Otto Buchinger 1923 geprägt, der damals seine rheumatischen Beschwerden durch Fasten heilen konnte.

Fasten sorgt für bessere Laune

Neben dem klassischen Heil- oder Intervallfasten gibt es immer mehr spezifische Fastenkuren. "Beim Heilfasten nach Buchinger wird nach einem Entlastungstag für mindestens fünf Fastentage nur getrunken und man macht Gymnastik und Entspannungsübungen. Es gibt auch Schleimfasten, Molkefasten, eine Schrotkur oder die Mayr-Therapie", erzählt Diätologin Mariella Istok. Fasten kann in jedem Fall ein guter Einstieg in eine bewusstere und gesündere Lebensweise sein.

"Fastende erzählen, dass sie von einer Zufriedenheit und einem Hochgefühl erfüllt werden, weil die Botenstoffe Serotonin und Dopamin ausgeschüttet werden, die die Stimmung heben. Jedoch nur, wenn man sich auf das Fasten gut vorbereitet und das Umfeld dafür passend gestaltet, etwa in einer Fasteneinrichtung unter ärztlicher Anleitung oder mit qualifizierten Fastenbegleitern",

betont Istok. Fasten ist also nichts, was man einfach mal schnell nebenbei machen sollte. Auch Ärzte betonen in diversen Studien: "Der Hungernde wird apathisch und depressiv, der Fastende in der Regel insbesondere geistig aktiv und euphorisch." Eine qualifizierte Anleitung und professionelle Begleitung sind vor allem dann besonders wichtig, wenn man regelmäßig Medikamente einnimmt. "Im Alleingang kann Fasten zu Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, Übersäuerung oder einem Gichtanfall kommen", warnt Istok.

Mariella Istok ist Diätologin aus Kefermarkt.
  • Mariella Istok ist Diätologin aus Kefermarkt.
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Fasten muss nicht verzichten heißen

Fasten hat gesundheitliche Vorteile, ist jedoch nicht für Jedermann geeignet. Die Fastenzeit kann man dennoch nutzen, um seinen Lebensstil zu überdenken und bewusst etwas Gutes für seinen Körper und seine Gesundheit machen. "Das muss nicht immer mit Verzicht zu tun haben, denn verzichten mussten wir im letzten Jahr auf viele liebgewonnene Dinge. Man kann sich auch bewusst vornehmen, etwas Neues zu machen. Dies kann sein eine Woche lang täglich Gemüse zu essen, gesunde Gerichte auszuprobieren oder eine Woche lang mindestens drei Mal Bewegung an der frischen Luft zu machen", sagt die Kefermarkterin, die auf ihrem Blog "Essen bewegt" jede Menge Rezepte präsentiert. "Kleine Dinge zeigen oft große Wirkung. Manchmal geht es nur darum etwas zu ändern."

In ihrem Blog essen-bewegt.at präsentiert Mariella Istok leckere und gesunde Rezeptideen.
  • In ihrem Blog essen-bewegt.at präsentiert Mariella Istok leckere und gesunde Rezeptideen.
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Zellen werden "recycelt"

Die Motivation des präventiven Fastens ist, dass bei mehrstündiger Nahrungskarenz unsere Zellen quasi „recycelt“ werden. Defekte Teile in unserer Zelle werden abgebaut. Diesen Vorgang nennt man Autophagie. Diese Autophagie wird auch beim intermittierenden Fasten angeregt. Die Dauer der Nahrungskarenz liegt dabei zwischen 14 bzw. 16 und 36 Stunden, je nach Körpergewicht und vorangegangener Nahrungszufuhr. "Zum intermittierenden Fasten wird derzeit intensiv geforscht, es bringt aber auf jeden Fall viele Vorteile mit sich. Es reguliert das Belohnungszentrum im Gehirn, verlangsamt die Entstehung von Demenz und wirkt sich positiv auf das Mikrobiom im Darm sowie das Immunsystem aus", erklärt die Ernährungsexpertin.

Im Trend: Formen des Intervallfastens

Eine weitere Fastenart ist das Intervallfasten, eine Methode, die zur Gewichtsabnahme derzeit sehr beliebt ist. Dabei gibt es abermals verschiedene Formen wie die "Fast Diet" nach Michael Mosley, die "16:8-Diät" nach Martin Berkhan, Dinner Cancelling oder die "Alternate-Day-Diet" nach James B. Johnson. "Es liegen jedoch zur Zeit noch keine wissenschaftlichen Studien vor, die belegen, dass es durch Intervallfasten zu einer rascheren Gewichtsreduktion kommt als bei allgemeiner Minimierung der Kalorien. Kalorienreduktion, bei ausreichender Nährstoffversorgung ist und bleibt nun mal der Schlüssel zum erfolgreichen Abnehmen", so Istok abschließend.

Näheres: essen-bewegt.at


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