Was tun bei Kopfläusen?
Rainbacher Apothekerin informiert & gibt Tipps

vor allem in den Herbst- und Wintermonaten häufen sich die Kopflausbefälle in den Kindergärten und Schulen.
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  • vor allem in den Herbst- und Wintermonaten häufen sich die Kopflausbefälle in den Kindergärten und Schulen.
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Warum Kopfläuse vermehrt in den kalten Monaten und vor allem in Schulen und Kindergärten auftreten, wie man sie behandelt und wie man den nervigen Blutsaugern vorbeugen kann, erklärt Apothekerin Christine Deibl. 

BEZIRK FREISTADT. Kopfläuse fühlen sich in jeder Jahreszeit wohl. Es gibt keine bestimmte „Kopflauszeit“. Vor allem in der kühleren Jahreszeit sind wir aber viel häufiger mit anderen Menschen zusammen in engen Räumen, in denen es recht warm ist. "Vor allem Kinder stecken im Kindergarten und in der Schule oft die Köpfe zusammen, wodurch sich die Läuse leicht und schnell verbreiten können", weiß Christine Deibl aus Kerschbaum (Gemeinde Rainbach), Apothekerin in Bad Leonfelden.

Kopfläuse „wandern“ von Haar zu Haar, springen können sie nicht. Außerdem werden Hauben und Schals von Kindern gerne untereinander ausgetauscht und mit ihnen auch die Läuse. "Deshalb gibt es vor allem im Herbst und Winter in den Kindergärten und Schulen eine Anhäufung von Kopflausbefall", erklärt Deibl.

Christine Deibl wohnt in Kerschbaum und ist Apothekerin in Bad Leonfelden.
  • Christine Deibl wohnt in Kerschbaum und ist Apothekerin in Bad Leonfelden.
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Juckende, gerötete Stellen auf der Kopfhaut

Den Lausbefall bemerkt man oft durch stark auftretenden Juckreiz. "Läuse benötigen alle vier bis sechs Stunden Blut. Nach dem Biss hinterlassen sie juckende, gerötete Stellen auf der Kopfhaut", sagt die Apothekerin. Außerdem kann man die Lauseier, die Nissen, am Haaransatz erkennen. Diese haften fest am Haar und lassen sich im Gegensatz zu Kopfschuppen nicht einfach abstreifen. Deibl:

"Läuse kann man vor allem an den Schläfen, hinter den Ohren, im Nacken und am Hinterkopf entdecken. Denn dort ist die Haut dünner und es herrscht die optimale Temperatur für die Blutsauger. Das Insekt ist etwa zwei bis drei Millimeter groß und hat sechs Beine. Läuse können nur auf dem menschlichen Kopf überleben. Ohne der stärkenden Blutmahlzeit kann eine Laus auf Gegenständen übrigens nur zwei bis maximal drei Tage überleben."

Auf dem Kopf kann eine Laus ungefähr vier Wochen überleben und in dieser Zeit bis zu 140 Nissen produzieren. 

Läuse frühzeitig behandeln

Deshalb ist es wichtig, den Kopflausbefall frühzeitig zu behandeln. "Es gibt verschiedene Produkte zur Kopflausbekämpfung, die entweder ein Silikonöl, auch Dimeticon genannt, oder Pflanzenöle enthalten. Kopflausmittel mit Insektiziden sind eher weniger zu empfehlen, da sie erstens die Haut reizen können und zweitens bereits Resistenzen dagegen beobachtet worden sind", betont die Apothekerin. Bei „Kopflaus-Alarm“ empfiehlt es sich außerdem, lange Haare zusammenzubinden oder zu flechten.

Pflanzen- oder Silikonöle helfen bei Kopflausbefall

Silikonöle haben den Vorteil, dass sie ungiftig sind und nicht über die Haut in den Körper aufgenommen werden. Das Mittel wird auf das trockene Haar aufgetragen und gut verteilt. Bei den meisten Produkten auf Silikonölbasis reicht eine Einwirkzeit von zehn bis 15 Minuten. Das Öl dringt tief in das Atemsystem der Kopfläuse, Larven und Nissen ein und verschließt die Atemwege der Insekten. Sie sterben in Folge ab.

Pflanzenöle enthalten zum Beispiel Kokosnussöl oder Neembaumöl. Diese ersticken die Parasiten ähnlich wie die Silikonöle oder wirken abtötend auf die Läuse wie ein Nervengift. "Relativ neu auf dem Markt ist ein Produkt, das ein silikonfreies Öl enthält, das sogenannte Oligodecenem Öl. Dieses fettet das Haar nicht ein, ist leicht auswaschbar und schützt vor Wiederbefall. Nach der Anwendung sollte man das feuchte Haar strähnchenweise mit einem Läusekamm durchkämmen und alle Nissen entfernen. Und auch in den Tagen danach ist es ratsam, die Haare immer wieder auf Läuse zu durchsuchen.

Behandlung nach acht bis zehn Tagen wiederholen

Bei allen Produkten gilt, dass die Behandlung nach acht bis zehn Tagen wiederholt werden sollte. "In diesem Zeitraum können nämlich wieder Läuse aus eventuell übersehenen Nissen schlüpfen. Durch die zweite Behandlung kann man einem erneute Befall schnell und einfach vorbeugen", rät Deibl. Empfehlenswert ist außerdem, die Bettwäsche des Kindes zu wechseln und Kuscheltiere für drei Tage in einem luftundurchlässigen Sack zu verpacken.

Lausbefall in Kindergarten und Schulen melden

Falls bei einem Kind ein Läusebefall festgestellt wird, muss das im Kindergarten oder in der Schule gemeldet werden. Sobald man die erste Behandlung korrekt durchgeführt hat, kann das Kind wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen. In den meisten Einrichtungen benötigt man allerdings ein „Lausfrei-Attest“ vom Hausarzt. Mit speziellen Shampoos und Pflegesprays mit Weidenrindenextrakt kann man einem Kopflausbefall gewissermaßen auch vorbeugen. Deibl erklärt warum: "Diesen Geruch mögen Läuse nicht und dadurch halten sie sich von den Haaren fern. Auch ätherische Öle wie Teebaum, Lavendel oder Citronella wirken abwehrend auf Kopfläuse."

vor allem in den Herbst- und Wintermonaten häufen sich die Kopflausbefälle in den Kindergärten und Schulen.
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