Keine Gottesdienste mehr
BezirksRundschau druckt Predigten der Pfarre Freistadt ab

Sarah Wagner, Pastorale Mitarbeiterin der Pfarre Freistadt, wird kommenden Sonntag, 15. März, die Predigt halten. Diese wird auf meinbezirk.at/freistadt veröffentlicht und auch in der Printausgabe abgedruckt.
  • Sarah Wagner, Pastorale Mitarbeiterin der Pfarre Freistadt, wird kommenden Sonntag, 15. März, die Predigt halten. Diese wird auf meinbezirk.at/freistadt veröffentlicht und auch in der Printausgabe abgedruckt.
  • Foto: Pfarre Freistadt
  • hochgeladen von Elisabeth Klein

Die Corona-Pandemie und damit verbundenen Einschränkungen betreffen auch die Kirche. Vor allem ältere Mitmenschen sind dringend angehalten, jegliche sozialen Kontakte auszusetzen. Daher entfällt der für viele so wichtige sonntägliche Kirchenbesuch. Die BezirksRundschau Freistadt wird daher bis auf Weiteres jede Woche die Predigten der Pfarre Freistadt veröffentlichen und abdrucken. 

BEZIRK FREISTADT. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hat der Bundeskanzler die Spitzen der anerkannten Kirchen- und Religionsgemeinschaften am Donnerstag, 12. März 2020, zu einer Beratung eingeladen, um gemeinsame Maßnahmen zu vereinbaren. Gottesdienste finden ab dieser Woche ohne physische Anwesenheit der Gläubigen statt. Die Priester sind jedoch aufgerufen, die Eucharistie weiterhin zu feiern. Die Gläubigen sind eingeladen, über Medien teilzunehmen und sich im Gebet zuhause anzuschließen. Die Pfarre Freistadt überträgt ihre Gottesdienste ab sofort jeden Sonntag um 9 Uhr via Live-Stream über die Pfarrhomepage pfarre-freistadt.at

Taufen und Hochzeiten verschieben

Die aktuellen Einschränkungen rund um das Corona-Virus betreffen nicht nur die Gottesdienste, sondern auch kirchliche Feiern. Begräbnisse sollen im kleinsten Rahmen bzw. außerhalb des Kirchenraumes stattfinden. Das Requiem und andere liturgische Feiern im Zuge des Begräbnisses sind auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Hochzeiten und Taufen gilt es zu verschieben. Weitere Versammlungen wie Bibelkreise, Gebetsrunden sind abzusagen. Die Kirchen bleiben zum persönlichen Gebet tagsüber jedoch offen.
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Predigt vom Sonntag, 15. März, von der Pastoralen Mitarbeiterin Sarah Wagner:

Ansprache zum dritten Fastenstonntag

Kennen Sie das, wenn man mal so richtig auf der Leitung steht? So ist es mir ganz oft im Matheunterricht gegangen: Differenzialrechnungen, Wahrscheinlichkeitsrechnungen – Bahnhof. Natürlich wollte ich‘s verstehen, also hab ich nachgefragt. Der Lehrer erklärte es nochmal, aber irgendwie hab‘ ich‘s noch immer nicht verstanden. Deswegen hab ich nochmal nachgefragt und irgendwann hat sich dieses Nachfragen gelohnt und mir ist der Knopf, ja, ein Licht aufgegangen. Ein Licht geht auch der Samariterin auf, als sie erkennt, wer sie da am Brunnen anspricht und sie um Wasser bittet. Diese Erfahrung hat sie derartig berührt, dass es lebensverändernd ist.

Die Erzählung thematisiert das Berühren Gottes und die Verinnerlichung des Glaubens dieser Frau. Das geschieht prozessartig, in Etappen: Zunächst ist Jesus für sie ein einfacher jüdischer Mann, der um die Mittagsstunde am Brunnen ins Gespräch mit ihr kommt und sie um Wasser bittet. Die Samariterin ist überrascht und fragt warum er, ein Jude, sie darum bittet. Denn die Samariter wurden von den Juden verachtet. Jesus wendet sich ihr trotzdem zu. In seiner Antwort dreht er die Ausgangssituation um: Er, der Dürstende, bietet ihr nun zu trinken an. Der Bittende wird zum Gebenden. „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken! Dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ Das Gespräch über das Wasser nimmt eine Wende. Es ist zunächst von einem Aneinander-vorbeireden geprägt ist. Die Frau fasst das lebendige Wasser physisch (also als tatsächlich fließendes Wasser) auf und benennt die Probleme, an dieses zu gelangen – er habe ja kein Schöpfgefäß. Jesus spricht aber von einem lebendigen Wasser, das nie wieder Durst empfinden lässt. Das weckt die Neugierde der Frau, denn gerne hätte sie eine Wasserquelle, die ihr die Mühe des Wasserholens ersparen würde.

Sie hat immer noch „eine lange Leitung“ und versteht nicht, dass sich Jesus auf einer anderen Gesprächsebene befindet. Hier geht es nicht um ein Wasser, das den körperlichen Durst, sondern den Durst des Menschen nach erfüllten, geglückten, sinnvollen Leben stillt. Für den Evangelisten Johannes ist ganz klar: Dieses besondere Wasser ist Jesus selbst und seine Worte. Sie sind es, die den Durst, also die Suche nach Lebenssinn, stillen können. Das zu erkennen, dauert seine Zeit. Die Samariterin tastet sich allmählich vor: Bist du vielleicht größer als unser Vater Jakob? fragt sie. Später sagt sie: Ich sehe, dass du ein Prophet bist! Am Schluss erahnt sie, ob es vielleicht der Messias sein könnte, bevor sich Jesus als diesen schließlich zu erkennen gibt. Der Samariterin geht nun ein Licht auf. Sie hat ihre Quelle des Lebens gefunden. Das zeigt sie, indem sie von ihrer Gottesbegegnung anderen Menschen erzählt und zur Zeugin für den Messias wird.
Wünschen wir uns nicht auch so eine Quelle? Sicher, vielleicht haben wir ein Leben das glücklich verläuft und mit dem wir zufrieden sind, aber es gibt dennoch eine Sehnsucht, einen Durst nach Lebenssinn, den wir selbst nicht stillen können.

In ganz unterschiedlichen Lebensphasen kommen wir an einen Punkt, an dem Sinnfragen immer dringender werden. Diese haben auch immer auch mit Gott zu tun: Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Wer bin ich? Sie lassen uns unruhig werden, treiben uns aber letztendlich in unserer Sinnsuche voran. Wer zum Sinnsucher wird, hat heutzutage unterschiedlichste Möglichkeiten und Angebote diese Fragen des Lebens zu beantworten. Der Glaube an Gott kann zu einer werden. Dazu braucht es das Kennenlernen Gottes und die Begegnung mit ihm, die das Innerste berührt. Dazu braucht es so eine Erfahrung, wie sie die Samariterin am Brunnen gemacht und die dort ihre Quelle gefunden hat.

Autor:

Elisabeth Klein aus Freistadt

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