CORONA-VIRUS
Bürgermeister appellieren, Ruhe zu bewahren

Besonnene Politiker (von links): Christian Denkmaier (SPÖ) und Josef Naderer (ÖVP).
  • Besonnene Politiker (von links): Christian Denkmaier (SPÖ) und Josef Naderer (ÖVP).
  • Foto: Gemeinde Neumarkt; ÖVP
  • hochgeladen von Roland Wolf

NEUMARKT, TRAGWEIN. Was sagen die Bürgermeister zu den verhängten Maßnahmen bezüglich des Corona-Virus? Wir haben uns mit Christian Denkmaier (SPÖ) aus Neumarkt und Josef Naderer (ÖVP) aus Tragwein unterhalten.

Haben Sie Verständnis für die drastischen Maßnahmen der Regierung?

DENKMAIER: Ich erachte die Maßnahmen der Bundesregierung als wohlüberlegt und angemessen. Wenn es gelingt, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ist sichergestellt, dass unser Gesundheitssystem nicht überstrapaziert wird. Es ist gerade für ältere Menschen über 80 Jahre und Mitbürger mit Vorerkrankungen wichtig, dass genug medizinisches Personal und ausreichend Betten für Akutfälle bereitstehen, weil bei diesen Gruppen die Infektion oft einen schweren Verlauf nimmt. Und im Sinne der Solidarität mit den besonders gefährdeten Menschen ist es richtig, das öffentliche Leben eine zeitlang gleichsam herunterzufahren.
NADERER: Natürlich sind diese Maßnahmen drastisch und greifen in das Alltagsleben der Bevölkerung ein. Bis zum Erlass zum Veranstaltungsverbot hatte man den Eindruck, dass alles, was berichtet wurde, etwas entfernter ist. Nun ist den meisten Leuten klar, dass eine Ansteckungsgefahr auch bei uns nicht ausgeschlossen werden kann. Als Einzelperson habe ich nicht die Möglichkeit, Analysen zum Corona-Virus zu erstellen und vertraue darauf, dass die zuständigen Verantwortungsträger unter Einbeziehung von nationalen und internationalen Experten maßvolle Entscheidungen treffen. Wenn die Notwendigkeit dieser drastischen Maßnahmen gegeben ist, dann können sie nur funktionieren, wenn sich alle bestmöglich danach richten.


Wie werden sich die Maßnahmen aus Ihrer Sicht auf die Kommunen auswirken?

DENKMAIER: Wenn die weitreichenden Einschränkungen – was ich hoffe und annehme – ab Ostern wieder zurückgenommen werden können, sind die Konsequenzen für die Gemeinden überschaubar und auch nicht tragisch. Natürlich ist die Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen unerfreulich und für die Veranstaltungsverantwortlichen, die viel Zeit und Herzblut in die Vorbereitungen investiert haben, bisweilen auch eine herbe Enttäuschung. Aber das sind bei Gott keine Tragödien. Schlimm wäre es, wenn die Virusausbreitung und die damit einhergehenden Maßnahmen länger als „nur“ ein paar Wochen andauern würden. Dann würde sich wohl eine große Frust-Stimmung breitmachen, die auch im Gemeindeleben zu spüren wäre. Aber daran will ich momentan gar nicht denken.
NADERER: Das Veranstaltungsverbot trifft viele Vereinsaktivitäten – von Jahreshauptversammlungen bis hin zu Theater- und Musikaufführungen. Dazu kommen Auswirkungen und Verdienstentgänge in verschiedenen Wirtschaftszweigen. Mit der Absage der Sonntagsgottesdienste geht es aber in den Lebensrhythmus vieler Menschen und das sind tatsächlich Auswirkungen, die es so wohl noch nie gab. Dennoch möchte ich betonen, dass die weitaus meisten Leute mit großem Verständnis darauf reagieren.

Wie lautet Ihr Appell an die Bevölkerung?

DENKMAIER: Hausverstand einschalten, Hygiene-Standards einhalten, die Vorgaben der Regierung und Behörden beherzigen und sich durch die massive mediale Dominanz dieses Themas nicht verrückt machen lassen!
NADERER: All die Maßnahmen der Bundesregierung sind Vorsorge-Maßnahmen. Es besteht keinerlei Grund zu Weltuntergangs-Szenarien und keine Notwendigkeit von Hamsterkäufen. Wir alle sind einfach gebeten, dass wir sehr bewusst mit unseren so genannten sozialen Kontakten umgehen – also Vermeidung von Verwandtschafts- und Veranstaltungsbesuchen, Hände schütteln usw. Der Versuch, dem etwas Positives abzugewinnen, führt zu dem Gedanken, dass wir in diesen Tagen plötzlich ungewohnt viel Zeit für uns selbst und unsere engste Familie haben.

Autor:

Roland Wolf aus Freistadt

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