KRIMINALITÄT
Cybercrime-Delikte werden immer mehr

Bezirksinspektor Rainer Gattringer aus Freistadt hat immer öfter mit Fällen von Cyberkriminalität zu tun.
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BEZIRK FREISTADT. Ein bislang unbekannter Täter kontaktierte über WhatsApp einen Wartberger und drohte, Nacktfotos von ihm zu veröffentlichen, wenn er nicht Geld an ein Konto in der Elfenbeinküste überweise. Eine Pregartnerin lernte über eine mobile Dating-App einen angeblichen amerikanischen Soldaten aus Afghanistan kennen. Nach einem umfangreichen Chatverkehr kündigte er an, er werde ihr persönliche Gegenstände übersenden. Sie zeigte sich damit einverstanden, wurde jedoch plötzlich aufgefordert, 2.100 Euro als Paketversicherung zu bezahlen.

Das sind nur zwei von vielen aktuellen Beispielen aus dem Bezirk Freistadt, in denen es um Cybercrime geht. Während der Täter im Fall der Pregartnerin Pech hatte, durfte sich jener, der den Wartberger erpresste, freuen: Der Mann zahlte tatsächlich 700 Euro, damit die Fotos nicht veröffentlicht werden. Woher der Täter die Bilder hatte, ist unklar.

Attacken wegen Telefonbuch
„Die Cybercrime-Delikte steigen jährlich um 30 Prozent“, sagt Rainer Gattringer aus Freistadt. Der Bezirksinspektor ist seit zwölf Jahren in der Präventionsarbeit tätig. Lange Zeit waren Gewalt, Sucht und Eigentum seine Schwerpunkte. Doch mittlerweile ist er auch viel in Sachen Cyberkriminalität unterwegs. Er hält – gemeinsam mit Kollegen anderer Dienststellen – Vorträge vor Schülern und Pensionisten. „Gerade Senioren sind eine Zielgruppe der Kriminellen“, sagt Gattringer. Er ist überzeugt davon, dass viele Attacken auf sie damit zu tun haben, dass sie ihren Namen und ihre Festnetz- oder Handynummer im Telefonbuch veröffentlichen lassen. Gewisse Vornamen wie Cäcilia oder Adolf lassen Rückschlüsse auf das Alter zu. „Ich sage den Leuten immer: Lasst euch aus dem Telefonbuch streichen! Diejenigen, die euch anrufen wollen, haben eure Nummer sowieso.“

Die häufigsten Delikte im Bereich der Cyberkriminalität sind Betrug, Erpressung und Grooming, also die gezielte Anbahnung sexueller Kontakte in Missbrauchsabsicht. Die Angriffe erfolgen von zwei Seiten, wie Gattringer weiß – die technische und die menschliche. Wie man sich auf technischer Seite schützen kann, haben wir im untenstehenden „Zur Sache“-Kasten aufgelistet. Warum fallen wir Menschen immer wieder auf ganz banale Tricks herein? „Wir sind oft sorglos und neugierig“, sagt Gattringer. „Und man darf eines nicht unterschätzen: Die Täter haben eine gute Masche und sind intelligent.“

Geld ins Nirwana
Bezirkspolizei-Kommandant Franz Schmalzer hat selbst einen Bekannten, der einem Internetbetrüger auf den Leim ging. Er empfiehlt, ein gesundes Maß an Misstrauen an den Tag zu legen. „Wenn Ihnen jemand am Freistädter Hauptplatz schmeichelt, würden Sie ihm oder ihr ja auch nicht gleich Tausende Euro in die Hand drücken.“ Im Internet passieren aber genau diese Dinge. Geld wird ins Nirwana überwiesen. Die Aussicht, dass man es wieder bekommt, tendiert gegen null.

ZUR SACHE
Wir haben für Sie ein paar wertvolle Tipps (ohne großen finanziellen Aufwand) der Polizei zusammengestellt, damit Sie nicht zu einem Opfer von Cybercrime werden.
--> Betriebssystem updaten!
--> Firewall einrichten!
--> Virenschutz installieren!
--> WLAN verschlüsseln!
--> Sichere Passwörter verwenden! Beispiel für ein gutes Passwort: „mgiil2m€“ (Abkürzung für: morgen gewinne ich im lotto zwei millionen euro)
--> Verschiedene Passwörter verwenden!
--> Bestimmte Internetseiten meiden!
--> Daten sichern!
--> Geben Sie keine Bankdaten bekannt!

Bezirksinspektor Rainer Gattringer aus Freistadt hat immer öfter mit Fällen von Cyberkriminalität zu tun.
Franz Schmalzer ist Bezirkpolizeikommandant von Freistadt.

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