"Das ist ökologischer Wahnsinn!"

Treten für einen praxisgerechten Naturschutz ein (v.l.): Bezirksobmann Josef Mühlbachler, BB-Obmänner Wolfgang Freudenthaler und Martin Moser sowie Herbert Reindl,  OBO Lasberg
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  • Treten für einen praxisgerechten Naturschutz ein (v.l.): Bezirksobmann Josef Mühlbachler, BB-Obmänner Wolfgang Freudenthaler und Martin Moser sowie Herbert Reindl, OBO Lasberg
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LASBERG. "Es war wie ein Kampf gegen Windmühlen, denn die Argumente der Gemeinde und Ortsbauernschaft waren für die befassten Behörden nicht relevant", heißt es seitens der Gemeinde Lasberg. Die Asfinag beharrt auf dem Abbau. "Aus bautechnischen Gründen wurde beim Bau der S 10 an mehreren Stellen Humus entfernt. Die Asfinag hat die Auflage, dort wieder Humus hinzubringen, und zwar mehr als vorher dort war. Eine wesentliche behördliche Auflage war auch, dass die Asfinag als Ausgleich für den Flächenverbrauch das Areal in Lasberg in eine Bienen-, Schmetterlings- und Blumenwiese, also Magerwiese, umzuwandeln hat. Das geht deutlich schneller, wenn man dort den Humus entfernt, als wenn man das Gelände brach liegen lässt. Der Landwirt dort hat aufgehört und die Fläche der Asfinag aus eigenem Antrieb verkauft", so Franz Sempelmann, Asfinag-Projektleiter S 10. Die Kritik ist für die Asfinag nicht nachvollziehbar. "Der Humus verbleibt schließlich in der Region!"

Argumente der Bauern

In die Debatte hat sich jetzt auch Bauernbund-Landesobmann und Agrarlandesrat Max Hiegelsberger eingeschaltet. Er ärgert sich: „Natürliche Prozesse sind äußerst dynamisch und lassen sich durch menschliche Eingriffe mitunter nur schwer simulieren. Nicht nur die Eingriffe für Bauprojekte verbrauchen Äcker und Wiesen, sondern auch die Ausgleichsmaßnahmen dafür. Und das wiederum geht fast immer zu Lasten der Landwirtschaft, die durch den verordneten Ausgleich zusätzlich wertvolle Flächen verliert!" Hiegelsberger weiter: "Manchmal habe ich den Eindruck, die Vorschreibungskataloge ähneln einem Wunschkonzert, bei dem der Frage der Realisierbarkeit und Sinnhaftigkeit offenbar zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird." Sehr verärgert und bestürzt reagiert auch Bauernbund-Bezirks-Obmann Josef Mühlbachler: "Den benötigten Humus hätte man auch von den verschiedenen Bauvorhaben in der Umgebung zukaufen können. Wenn 30 Zentimeter Humus und noch 40 Zentimeter Oberboden abgetragen werden, wird auf diesen Flächen nichts mehr produziert werden können. Hierbei handelt es sich um Bodenvernichtung auf ewige Zeit! Insgesamt sind für den Abtransport der Erdmassen zirca 4500 Lkw-Fuhren notwendig: „Alleine das ist ein ökologischer Wahnsinn!“
Eine kleine Chance zum Stopp sehen die Abbau-Gegner jedenfalls noch. Mühlbachler: "Wenn sich mutige Leute fragen, ob diese Entscheidung richtig war, könnte man den Abbau vielleicht noch stoppen."

Treten für einen praxisgerechten Naturschutz ein (v.l.): Bezirksobmann Josef Mühlbachler, BB-Obmänner Wolfgang Freudenthaler und Martin Moser sowie Herbert Reindl,  OBO Lasberg
„Realisierbarkeit und Sinnhaftigkeit werden bei Naturschutzausgleichsflächen offenbar zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt“

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