Bestürzung im Kurhotel Bad Zell
Engagierter Lehrling wird abgeschoben

Nasrullah Mosavi ist ein äußerst zuverlässiger und loyaler Lehrling. Jetzt soll er, wenn es nach den Wünschen der Regierung geht, abgeschoben werden.
  • Nasrullah Mosavi ist ein äußerst zuverlässiger und loyaler Lehrling. Jetzt soll er, wenn es nach den Wünschen der Regierung geht, abgeschoben werden.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Elisabeth Hostinar

BAD ZELL. Leider häufen sich auch im Bezirk Freistadt jene Fälle, wo tüchtige, engagierte Lehrlinge abgeschoben werden sollen. "Seit September 2018 beschäftigen wir in unserem Haus zwei Asylwerber als Lehrlinge, einen Koch und einen Restaurantfachmann. Die Arbeitsbewilligung wurde noch erteilt, bevor seitens der Regierung diese Möglichkeit abgeschafft wurde", schildert Andreas Fröhlich, 
Geschäftsführer des Kurhotels Bad Zell, die Situation.

Wie viele Branchenkollegen hat Fröhlich die Möglicheit, Asylwerber für eine Lehre zu beschäftigen, sehr begrüßt. "Ich sehe das fast als als Notwendigkeit. Zum einen wird möglichst früh eine Integration gewährleistet. Zum anderen haben die jungen Menschen in der Zeit des Wartens auf den Asylbescheid eine sinnvolle Beschäftigung und müssen nicht zu 100 Prozent aus Steuermitteln unterstützt werden", sagt der Geschäftsführer. Im Fall eines positiven Bescheids können sie wesentlich schneller Fuß fassen und brauchen weniger staatliche Unterstützung.

Nasrullah Mosavi ist seit 1. September in einem Lehrverhältnis als Koch im Kurhotel. "Er hat sich in diesen drei Monaten als sehr zuverlässiger, lerneifriger und loyaler Mitarbeiter erwiesen. Seine Deutschkenntnisse sind überdurchschnittlich gut. Da es in unserer Gegend sehr schwer ist, Mitarbeiter für die Gastronomie zu finden, waren wir sehr froh, Herrn Mosavi als Lehrling engagieren zu können", lobt Fröhlich. "Wir wollen nicht auf diese Weise eine billige Arbeitskraft bekommen, sondern investieren in alle unsere Lehrlinge, um Mitarbeiter für unser Haus heranzubilden, die wir sehr gerne weiter beschäftigen. Bestimmt 90 Pozent unserer Lehrlinge bleiben nach Ablauf ihrer Lehre im Betrieb."

Es lief also alles bestens, bis vor einigen Tagen die Hiobsbotschaft kam: Nasrullah Mosavi erhielt einen negativen Asylbescheid. Fröhlich und seine Mitarbeiter sind bestürzt: "Wir werden im Fall des Abschiebens von Herrn Mosavi einen Mitarbeiter verlieren, den wir aufgrund des mangelnden Interesses inländischer Lehrlinge an diesem Beruf sehr schwer nachbesetzen können. Deshalb ersuchen wir, Herrn Mosavi – wie dies bis vor kurzem möglich war – zumindest für die Zeit seiner Lehre die Möglichkeit des Verbleibs in Österreich zu gewähren." Man hofft, dass nach dieser Möglichkeit die Regierungsveranwortlichen doch noch umdenken und die Situation den Bedürfnissen der Wirtschaft anpassen.

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