Happy End
Mühlviertler wurden aus Jordanien ausgeflogen

Überglücklich: Reinhard Atteneder wurde aus Jordanien ausgeflogen und ist nun nach knapp einem Monat wieder bei seiner Familie.
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  • Überglücklich: Reinhard Atteneder wurde aus Jordanien ausgeflogen und ist nun nach knapp einem Monat wieder bei seiner Familie.
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Nach knapp einem Monat sind die beiden Berufssoldaten der Kaserne Freistadt, Reinhard Atteneder und Jörg Wöss, endlich wieder zu Hause bei ihren Familien. Kurz vor ihrem Ziel – die beiden wanderten den Jordan-Trail – mussten sie ihr Unternehmen abbrechen: Reisende waren aufgrund der Corona-Pandemie in ganz Jordanien verboten. Zu Fuß haben der Freistädter und Urfahraner es in ein Hotel in der Hauptstadt Amman geschafft, wo sie zumindest Frühstück bekamen. Kurz darauf kam die völlige Ausgangssperre, die streng kontrolliert und mit bis zu einem Jahr Gefängnis geahndet wurde. Alle Geschäfte wurde geschlossen. Nach zahlreichen Telefonaten, Bemühungen des Österreichischen Bundesheeres und medialer Berichterstattung ist es den beiden gelungen, auf die Liste des Außenministeriums zu gelangen. Dann ging alles schnell: Am Dienstag wurden sie von einer Polizeipatrouille zum Flughafen gebracht und gemeinsam mit 300 anderen Europäern von der Lufthansa nach München geflogen. Von dort ging es mit der Bahn nach Hause. Atteneder und Wöss begeben sich jetzt erstmals 14 Tage in freiwillige Heimquarantäne. Danach warten bereits Einsätze mit dem Bundesheer auf sie. 

Überglücklich: Reinhard Atteneder wurde aus Jordanien ausgeflogen und ist nun nach knapp einem Monat wieder bei seiner Familie.
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ORIGINALARTIKEL: "Vom Freund zum Feind: Freistädter (46) sitzt in Jordanien fest"
vom 17. März 2020

Seit Anfang März wandern der Freistädter Reinhard Atteneder und sein Kollege Jörg Wöss quer durch Jordanien, von der Grenze zu Syrien bis ans Rote Meer. Die BezirksRundschau hat berichtet. Die Willkommenskultur und große Gastfreundschaft, die den beiden in den ersten 17 Tagen ihrer Wanderreise begegnet ist, hat sich innerhalb kurzer Zeit ins krasse Gegenteil umgewandelt: Corona ist auch in Jordanien angekommen.   

FREISTADT, JORDANIEN. "Menschen beschimpfen uns aus den Autos heraus und verweigern uns den Zutritt zu Geschäften. Plötzlich sind wir für alle nur noch Corona", berichtet der 46-Jährige, der vor einigen Jahren die Leidenschaft fürs Weitwandern entdeckt hat und seither regelmäßig Touren wie den "Jordan-Trail" macht. 

Kein Rauskommen aus Jordanien

"Zu Beginn unserer Tour war die Stimmung extrem gut. Die Landschaft ist herrlich, wir lagen super im Zeitplan, die Menschen waren enorm freundlich und hilfsbereit", berichtet Atteneder. Seit vergangenen Sonntag sei jedoch alles anders. Da hat der jordanische Premierminister ein Flugverbot erteilt und dementsprechend wurden auch erste Corona-Vorsorgemaßnahmen im vorderasiatischen Königreich getroffen. "Es gibt plötzlich auch hier Leute, die mit Schutzmasken und Handschuhen herumlaufen. Die Menschen halten auf einmal großen Abstand zu uns", schildert der Freistädter die Lage. Vor einer Woche war noch alles anders: "Für uns war es unglaublich, wie selbstverständlich uns die Menschen willkommen geheißen und aufgenommen haben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Jetzt sind alle nur noch verängstigt, denn auch in Jordanien gibt es bereits erste Corona-Fälle. Ich befürchte, das alles wird noch schlimmer werden."

In engem Kontakt mit Botschaft

"Als wir nach einer – aufgrund von schweren Regenfällen sehr schwierigen Tagesetappe – endlich wieder Internet hatten und erfuhren, dass die Flüge gestrichen werden, sind wir sofort mit der Botschaft in Kontakt getreten", sagt der Bundesheerkommandant. Der letzte Flug nach Europa wäre am Montag gegangen – für die beiden unerreichbar.

"Wir waren eine Stunde zu Fuß vom nächsten Taxi entfernt und weitere 200 Kilometer vom nächsten Flughafen. Das wäre für uns unmöglich zu schaffen gewesen. Wir haben mit der Botschaft vereinbart, dass wir weiter marschieren und in engem Kontakt bleiben. Sie werden uns informieren, sobald es ein Flugfenster gibt. Den nächsten Flug nach Europa werden wir nehmen."

Ursprünglich waren sie zu dritt unterwegs. Ihre Kollegin musste die Tour aufgrund von gesundheitlichen Problemen jedoch noch vor Ausbruch der Coronakrise abbrechen und heimkehren. 
 

Größter Wunsch: Heim zur Familie

"Im Grunde geht es uns gut", berichtet Attendeder via Facebook-Messenger BezirksRundschau-Redakteurin Elisabeth Klein. "Wir gehen zwar jetzt weiter und müssen noch 14 Tage in Jordanien ausharren, im Grunde würden wir jedoch beide gerne einen Schlussstrich ziehen und heim zu unseren Familien", erzählen die Wanderer, die jetzt noch mehr Abstand zur Zivilisation und von größeren Städten halten werden. Geschlafen wird so und so im Einmannzelt. "So wie jetzt die Stimmung ist, sind wir froh, wenn wir aus Jordanien rauskommen", betont Atteneder, der auch über die Geschehnisse zu Hause relativ gut informiert ist. Auf seiner Facebook-Seite hält er seine Familie und Freunde täglich auf dem Laufenden, postet Tagesrouten, viele Eindrucke und Bilder. Der Kontakt zu Familie und Freunden macht das Ausharren in Jordanien unter diesen Umständen bei feucht nebeligem Wetter zumindest annähernd erträglich.

Überglücklich: Reinhard Atteneder wurde aus Jordanien ausgeflogen und ist nun nach knapp einem Monat wieder bei seiner Familie.
Durch die anhaltende Corona-Krise nimmt die Wandertour quer durch Jordanien für Jörg Wöss (li.) und Reinhard Atteneder eine unangenehme Wendung.
Autor:

Elisabeth Klein aus Freistadt

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