WULLOWITZ
Nicht in Worte zu fassen

David Hostinar
  • David Hostinar
  • Foto: Erwin Pramhofer
  • hochgeladen von Roland Wolf

Eine ganze Region steht unter Schock: Franz Greul aus Leopoldschlag und David Hostinar aus Kefermarkt starben nach einer Messerattacke in Wullowitz.

LEOPOLDSCHLAG, KEFERMARKT. Hubert Koller, Bürgermeister der Gemeinde Leopoldschlag, hat beide Todesopfer gut gekannt. Franz Greul, der unmittelbar nach der Messerattacke eines afghanischen Asylwerbers am Montag voriger Woche verstarb, betrieb eine kleine Landwirtschaft in Wullowitz. "Er war ein sehr bescheidener Mensch, der in der Pension richtig aufblühte", sagt Koller. Eine Bekannte bezeichnet den 63-Jährigen als "liebsten Menschen, den man sich nur vorstellen kann". Am Dienstag, 22. Oktober, wird Greul zu Grabe getragen. David Hostinar wird von Koller als "extrem verlässlich" beschrieben. "Der Job als Flüchtlingsbetreuer war für ihn maßgeschneidert. David war ein sehr guter Vermittler zwischen den Fronten."

Kraft der Menschlichkeit

Über das Ableben des 32-jährigen Flüchtlingsbetreuers herrscht auch beim Roten Kreuz Oberösterreich großes Entsetzen. "Mit seinem Engagement war David regionaler Ansprechpartner sowie Botschafter der weltweiten Rot-Kreuz-Idee und verkörperte bis zu seinem tragischen Ableben die verbindende Kraft der Menschlichkeit. Aus Liebe zum Menschen, unabhängig von Kultur und Herkunft, stärkte er den Zusammenhalt und die Integration in der Gesellschaft", sagt Walter Aichinger, Präsident des Roten Kreuzes Oberösterreich. David Hostinar hatte nach seinen schweren Stichverletzungen vier Tage lang um sein Leben gekämpft. Am Freitag, 17. Oktober, verlor er diesen Kampf im Kepler-Universitätsklinikum in Linz. Sein Begräbnis findet am Mittwoch, 30. Oktober, statt. Bürgermeister Hubert Koller bittet alle Medienvertreter ausdrücklich darum, bei den Trauerfeierlichkeiten nicht zu fotografieren.

Mehrfach auffällig

Der mutmaßliche Mörder befindet sich unterdessen in Untersuchungshaft. Er war vor der unfassbaren Tat in Wullowitz mindestens viermal auffällig geworden: Im September 2016 gab es einen Streit mit anderen Asylwerbern, daraufhin wurde er schriftlich verwarnt. Im Mai 2019 kam es bei einem Deutschkurs zu einer Auseinandersetzung mit einem weiteren Asylwerber. Im selben Monat soll er gegen seine Frau gewalttätig geworden sein. Allen in Erinnerung ist noch seine wilde Fahrt am Übungsplatz der Fahrschule Auböck in Trölsberg (Freistadt) im Juli dieses Jahres. Während der Führerscheinprüfung hatte er ein Fahrschulauto beschädigt. Daraufhin wurde der 33-jährige Asylwerber aus Afghanistan einem Anti-Gewalttraining zugewiesen, an dessen ersten Einheiten er auch teilnahm.

Autor:

Roland Wolf aus Freistadt

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