POLIZEI
Präventionsarbeit ist unheimlich wertvoll

  • Foto: Fotolia/Picture Factory
  • hochgeladen von Roland Wolf

BEZIRK FREISTADT. Gewalt, Betrug oder Diebstahl – Kriminalität tritt in vielen verschiedenen Arten auf. Die Polizei im Bezirk Freistadt setzt in allen Bereichen auf Aufklärung und Prävention. Dafür sind in mehreren Dienststellen speziell geschulte Beamte im Einsatz. In der Polizeiinspektion Freistadt kümmert sich Gerald Payer um Eigentumsdelikte und Rainer Gattringer um den umfassenden Themenbereich Cybercrime.

Drei Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass Internetkriminalität auch vor dem Mühlviertel nicht Halt macht: Ein bislang unbekannter Täter kontaktierte über WhatsApp einen Wartberger und drohte, Nacktfotos von ihm zu veröffentlichen, wenn er nicht Geld an ein Konto in der Elfenbeinküste überweise. Eine Pregartnerin lernte über eine mobile Dating-App einen angeblichen amerikanischen Soldaten aus Afghanistan kennen und wurde aufgefordert, 2.100 Euro für eine Paketversicherung zu bezahlen. Ein Unterweitersdorfer gab nach einem Telefonanruf seine Bankdaten her und sah sich plötzlich um 1.962,90 Euro erleichtert. Die Abbuchungen erfolgten im italienischen Turin.

„Die Cybercrime-Delikte steigen jährlich um 30 Prozent“, sagt Gattringer. Der Bezirksinspektor ist seit zwölf Jahren in der Präventionsarbeit tätig. Nicht nur Senioren sind leichte Opfer. Die Betrugswelle erfasst alle Altersgruppen und sozialen Schichten. Praktisch jeder ist ein potenzielles Opfer, denn alle Menschen haben eine schwache Seite. "Es hilft der beste Virenschutz nichts, wenn ein Täter die große Liebe vorgaukelt und das Opfer dann so manipuliert, ihm tausende Euro zu überweisen."

Gattringer und sein Kollege Payer appellieren an alle, eine gewisse Portion Misstrauen an den Tag zu legen. Oft werden die Opfer zeitlich in die Enge getrieben. Sie sollen innerhalb kürzester Zeit auf einen Link klicken, um irgendetwas zu bestätigen. "Spätestens da sollte man kurz in sich gehen und einen Vertrauten oder die Polizei anrufen", sagt Payer.

In zahlreichen Vorträgen geben die Beamten Tipps an Schüler, Senioren und Vereine. Payer macht sogar Begehungen in Privathäusern, um gewisse Sicherheitsstandards zu testen. Neben dem technischen Schutz wie Alarmanlagen empfehlen die Beamten auch in diesem Bereich, den Hausverstand einzuschalten. "Überfüllte Postkästen oder im Winter tagelang nicht von Schnee geräumte Einfahrten sind für die Kriminellen ein sicheres Zeichen dafür, dass niemand zu Hause ist und sie leichte Beute machen können." Wenn man auf Urlaub fährt, sollte man Nachbarn bitten, ein bisschen auf das Haus bzw. die Wohnung zu schauen.

Der Erfolg der Präventionsarbeit lässt sich gerade im Bereich Cybercrime schwer messen. Diejenigen, die dank der Polizeiarbeit vor einer großen Torheit bewahrt wurden, melden sich ja schließlich nicht. Doch erfreulich ist der Rückgang bei den Dämmerungseinbrüchen. "Das hat bestimmt auch mit der guten Aufklärungsarbeit der Kollegen zu tun", sagt Bezirkspolizeikommandant Franz Schmalzer. Über die Bezirksgrenzen hinaus haben sich die Freistädter Polizisten einen Namen bei der präventiven Absicherung von Großbaustellen gemacht. Beleuchtung, Containersicherung, Alarmanlagen bei Zufahrtswegen – Firmen, die beim Bau der S 10 beteiligt waren, wenden das Wissen, das sie aus Freistadt vermittelt bekamen, mittlerweile auch auf anderen Baustellen an.

Autor:

Roland Wolf aus Freistadt

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Wirtschaft

Corona-Krise gemeinsam meistern
Hilfe vor Ort mit dem österreichweiten Netzwerk #schautaufeinander

In Ausnahmesituationen wie diesen stehen die Menschen zusammen und helfen sich gegenseitig. Die Regionalmedien unterstützen dies in allen Bundesländern und Bezirken Österreichs mit dem Netzwerk #schautaufeinander. Hier könnt Ihr Dienste suchen oder anbieten, die uns gemeinsam durch diese Krisenzeiten helfen. Du suchst jemanden, der/die notwendige Lebensmittel nach Hause liefert? Du willst dich in deiner Nachbarschaft nützlich machen, oder gibst online Nachhilfe? Dann poste doch deinen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen