Reparieren wird wieder modern

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BEZIRK. Ein Näh- und Reparaturcafe hilft sparen und setzt ein Zeichen gegen die Wegwerf-Mentalität.

¶FREISTADT. „Durch das Betreiben unseres RevitalShops spüren wir die positive Entwicklung und das stärker werdende Interesse der Bevölkerung, Nachhaltigkeit zu leben. Immer wieder sind wir auch mit der Nachfrage von kostengünstigen Reparaturmöglichkeiten kleinerer Elektrogeräte, Fahrräder oder Kleidungsstücken konfrontiert“, erklärt Volkshilfe-Geschäftsführerin Barbara Tröls.
„Man kann sich nicht vorstellen, dass sich jemand Reparaturen nicht leisten kann. Aber das ist leider immer öfter der Fall. Die Schere klafft immer weiter auseinander“, weiß auch Renate Leitner, Geschäftsführerin des Sozialservice Freistadt. Weg von der Wegwerfgesellschaft hin zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen – das ist allen Beteiligten ein Anliegen! Seit einigen Monaten wird für die Bewohner der betreuten Senioreneinrichtung „Wohnoase“ einmal monatlich eine Nähwerkstatt angeboten. Unter ehrenamtlicher Begleitung können Bewohner ihre Kleidungsstücke wieder auf Vordermann bringen und so vor vorzeitiger Entsorgung bewahren.
Dieses Projekt findet großen Anklang, und die Nachfrage von außen ist sehr groß. „Daher entstand auch die Idee, in unserer Region die Etablierung eines professionellen Reparaturnetzwerkes in gemütlichem Rahmen für alle Interessenten, ob jung oder alt, zu forcieren“, so Tröls. Die Förderung der Gemeinschaft und des unterstützenden Miteinanders ist ein positiver Nebeneffekt. Das Projekt ist in jeder Hinsicht barrierefrei und wird von der Leader-Region Mühlviertler Kernland finanziell und inhaltlich gefördert. „Wir unterstützen dieses Projekt auch deshalb, weil es zur Verlängerung der Produktlebensdauer und Ressourcenschonung beiträgt“, so Geschäftsführerin Conny Wernitznig.

ZUR SACHE

Jeden zweiten Samstag im Monat kann man mit kaputten Hosen oder einem defekten Toaster in die Wohnoase Freistadt kommen. Das Cafe findet immer im Keller der Wohnoase statt, mit Zugang über die Zemannstraße 29b direkt von der Straße. Gegen eine freiwillige Spende helfen ehrenamtliche Experten, gemeinsam die Dinge zu reparieren (bitte keine Großgeräte!). Sollte jemand gerne reparieren, ist man im Team gerne willkommen.

KOMMENTAR
Elisabeth Hostinar

Eine Sache der Einstellung

Oft sind es nur minimale Defekte, die ein Gerät unbrauchbar machen. Für immer mehr Menschen sind Reparaturen aber nicht leistbar. Wer’s nicht glaubt: Die Sozialberatungsstellen im Bezirk berichten,
dass die finanzielle Schere immer weiter auseinanderklafft und in manchen Haushalten ein defekter Mixer zu einem Riesenproblem wird. Die Nachfrage nach kostengünstigen Reparaturmöglichkeiten kleinerer Geräte steigt. Für alle, die der Wegwerfgesellschaft etwas entgegensetzen wollen, bietet sich das Näh- und Reparaturcafe in der Wohnoase an. Keinesfalls will man eine Konkurrenz zu Betrieben sein. Daher muss man – mit kompetenter Unterstützung – selbst Hand anlegen. Aber der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen ist diese Mühe sicher wert.

Nähkundige & Bastler gesucht

FREISTADT. Am vergangenen Samstag feierte das in der Wohnoase angesiedelte „Näh- und Reparaturcafe“ sehr erfolgreich Einstand. Bereits beim ersten Treff fanden sich mehr als 20 Interessierte ein, die liebgewonnene, aber etwas ramponierte Haushaltsgegenstände wie Textilien oder Elektrogeräte nicht wegwerfen, sondern unter fachkundiger Anleitung von Experten selbst reparieren wollten.
„Einen schöneren Einstand hätten wir uns nicht wünschen können“, freut sich Barbara Tröls, die Geschäftsführerin der Freistädter Volkshilfe, unter deren Patronanz die neue Serviceeinrichtung steht. Das Projekt stand vom Start weg auf gesunden Beinen. Erst waren es die Bewohner der Wohnoase, die interessiert daran waren, Gegenstände ihres Hausrats selbst zu reparieren und ihr Wissen um alles Handwerkliche anderen zur Verfügung zu stellen. Auch interessierte Asylanten, die in Freistadt auf die Erledigung ihrer Anträge warten, haben Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen und dabei ihr handwerkliches Geschick unter Beweis zu stellen. Zudem fanden sich schnell mehrere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die der „Kundschaft“ mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nähmaschinen und Werkzeuge stehen ebenfalls ausreichend zur Verfügung, die gesellige Nachmittagsbastlerei wird mit Kaffee und Kuchen versüßt. Barbara Tröls: „Wir würden noch dringend ein paar nähkundige Frauen und Bastler brauchen, die ihr Handwerksgeschick gerne für diese Sache einsetzen!“

Autor:

Elisabeth Hostinar aus Freistadt

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