Unterhaus-Legenden
Klaus Mittmansgruber – Karriere-Ende am Muttertag

Klaus Mittmansgruber (re.), hier im Duell mit Gutaus Torhüter Norbert Frühwirth, gehört zur goldenen 83er Generation der Union Kefermarkt.
  • Klaus Mittmansgruber (re.), hier im Duell mit Gutaus Torhüter Norbert Frühwirth, gehört zur goldenen 83er Generation der Union Kefermarkt.
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  • hochgeladen von Roland Wolf

KEFERMARKT. Es passierte ausgerechnet am Muttertag. Den 10. Mai 2009 hat Klaus Mittmansgruber auch fast zwölf Jahre danach noch in guter – besser: in schlechter – Erinnerung. Vier Minuten waren im Match gegen den SV Sandl gespielt. "Plötzlich hat es einen Schnalzer gemacht, der am ganzen Fußballplatz zu hören war", sagt Mittmansgruber. Seine Eltern, die zum Match nachkommen wollten, wurden von einem Funktionär der Union Kefermarkt gleich ins Krankenhaus umgeleitet. Die Diagnose: Riss des Seitenbandes, Riss des Kreuzbandes und damit verbunden Ende der Karriere. Im besten Fußballeralter von 26 Jahren.

Verletzung als Befreiung

"So blöd es klingen mag: Aber es war auch eine gewisse Befreiung", sagt der 38-Jährige. Das ständige Pendeln zwischen Wien, wo er Publizistik studierte und Kefermarkt, wo er seiner großen Leidenschaft Fußball nachging, hat ihn schon ein wenig zermürbt. Nur ein Jahr nach dem verletzungsbedingten Aus heuerte er beim ORF an, wo er bis heute tätig ist. Am Küniglberg ist die Kefermarkter Stürmerlegende Onlineredakteur und Chef vom Dienst für die TV-Thek. Daneben unterrichtet er an der Uni Salzburg das Fach "Mobile Reporting". Dabei geht es um die journalistische Berichterstattung mit Smartphones oder Tablets. "Ich arbeite viel mit 360-Grad-Kameras und Drohnen." Der Universitätsdozent ist Vater von zwei Söhnen – Niklas (5) und Loris (2) – und seit 13 Jahren mit der 107-fachen österreichischen Handballnationalspielerin Isabel Plach liiert. Im Sommer 2021 ist die Hochzeit geplant – am Lester Hof in Kefermarkt.

Goldene 83er Generation

Obwohl der Abschied vom Fußball mit einer bitteren Verletzung endete, denkt Mittmansgruber gerne an seine kurze, aber intensive Karriere zurück. An den Nachwuchs, als die goldene Kefermarkter 83er-Generation so manchen Gegner in seine Bestandteile zerlegte. Einmal gab es sogar ein 29:0! "Bis zur U 14 haben wir gefühlt alles gewonnen." Mit seinen Teamkollegen – unter ihnen Tobias Grabner, Dominik Thalhammer und Ino Karning – kürte er sich sogar zum Mühlviertler-Hallencup-Sieger in Rohrbach.

Debüt mit 15 Jahren

Mit 15 Jahren debütierte Mittmansgruber in der Kampfmannschaft. Und gleich in der ersten Saison gelang ihm im Derby gegen Lasberg per Kopf das Siegestor. "Hunderte Leute am Fußballplatz und die Teamkollegen, die mich vor Freude fast erdrückt hätten – es war ein unbeschreibliches Gefühl." Matches gegen den Nachbarn aus Lasberg hatte er am liebsten. Danach sind sie alle noch im Stüberl beisammen gesessen und manchmal dauerte die Nachbesprechung sogar bis frühmorgens an – in der Disco in Schlag.

112 Tore in einer Saison

Klaus Mittmansgruber hat für die Union Kefermarkt rund 500 Tore geschossen. Allein in der Saison 1992/93 traf er im Nachwuchs 112 Mal. 2002/03 kürte er sich in der 2. Klasse mit 30 Saisontreffern zum Torschützenkönig. "Besonders hervorzuheben sind seine technischen Fähigkeiten, seine Kopfballstärke sowie sein unglaublich gutes Spielverständnis", sagt der ehemalige Teamkollege und heutige Sektionsleiter Thomas Grabner. Kein Wunder, dass er viele Angebote von höherklassigen Klubs hatte. Die Freistädter wollten ihn, die Gallneukirchner, die Pregartner. Ein Verein aus dem Bezirk Perg bot ihm 3.000 Schilling als Fixum und ein Auto. "Aber ich wollte in Kefermarkt bleiben, ich war mit dem Verein zu sehr verbunden, um einen Wechsel in Betracht zu ziehen."

Mamas Bananenschnitten

Ganz hat Mittmansgruber dem Fußball nicht abgeschworen. Jeden Mittwoch geht's in eine Soccer-Arena nach Hütteldorf. Mit Freunden und Arbeitskollegen – unter ihnen ehemalige Profis. Ob er einer größeren Karriere nachweint? "Nein, ich denke viel lieber an die Auswärtsfahrten, an die Bananenschnitten, die meine Mama zu den Turnieren mitgebracht hat, an meinen Vater, der immer der Fels in der Brandung war und an viele schöne Stunden im Fußball-Unterhaus."

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