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Rallye-Shootingstar, der mit Hirn fährt

Michael Lengauer zeigte mit dem dritten Platz bei der diesjährigen Jänner-Rallye groß auf.
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  • Foto: Michael Jurtin
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Nach seinem sensationellen dritten Gesamtrang bei der Jännerrallye 2020 hat Michael Lengauer mit der BezirksRundschau Freistadt über seine Anfänge als Rallye-Pilot sowie weitere Pläne und Ziele gesprochen. 

GRÜNBACH. Acht Rallyes hat der 25-jährige Michael Lengauer in seiner noch jungen Karriere bisher absolviert. Anfang Jänner standen er und sein Beifahrer Andreas Thauerböck erstmals auf dem Podest in einem Staatsmeisterschaftslauf. "Die Freude war riesengroß und dementsprechend haben wir unseren Erfolg auch gefeiert", erzählt der sympathische Grünbacher. 

Mehr als nur ein Wochenende "Gaudi"

Im Jahr 2015 gab Lengauer im Alter von 21 Jahren sein Rallye-Debüt. Damals mit einem Suzuki Swift Sport bei der Zwettl-Rallye. Rallye-Fan war er schon als kleiner Bub und bei jeder Jännerrallye immer mit dabei. Sein großes Vorbild war und ist der neunfache Weltmeister Sebastian Loeb aus Frankreich. "Ich wollte es einfach einmal probieren und dann war das Thema für mich eigentlich auch schon wieder erledigt", erzählt Lengauer. 2018 war er als Helfer bei der Jännerrallye im Einsatz, als ihn der Obmann-Stellvertreter des Rallyeclubs Mühlviertel, Christian Birklbauer, dazu animierte, sich wieder hinters Lenkrad zu klemmen und anbot, ihn als Beifahrer zu unterstützen. 

Birklbauer, der ebenfalls aus Grünbach ist und selbst mehrere Jahre als Copilot von Mario Klepatsch auf den heimischen Rallye-Strecken unterwegs war, erkannte das Potenzial von Lengauer. Mit Birklbauer als Beifahrer nahm Lengauer 2018 mit einem gemieteten Mitsubishi Evo 9 bei der Austrian-Rallye-Challenge teil. "Für ein Wochenende lang eine Gaudi haben – dafür waren mir das Risiko und der Aufwand zu groß. Damals war für mich klar: Ich will es probieren, aber wenn ich lediglich um die goldene Ananas mitfahre, dann lass ich es wieder." Von der roten Laterne war das Grünbacher Duo jedoch weit entfernt: Mit zwei fünften Gesamträngen stellte Lengauer sein Können deutlich unter Beweis. 

Knapp am Sieg vorbeigedriftet

Ein nächster großer Schritt für den Rallye-Jungspund war die erste Teilnahme an der Jännerrallye im Vorjahr. 2019 startete er bereits mit seinem jetzigen Beifahrer Andreas Thauerböck aus Wartberg und einem Subaru WRX STI des Autohauses Bamminger in Wels. Die Zusammenarbeit mit Bamminger startete mit einem simplen Telefonanruf: "Ich wusste, dass sie zu der Zeit keinen Fahrer hatten und hab dort einfach angerufen und gefragt, ob ich mal vorbeikommen könne. Irgendwie konnte ich sie dann von mir überzeugen", erzählt Lengauer, der als Lokführer bei den ÖBB arbeitet. Die Chance, die ihm geboten wurde, nutzte er sofort und bestätigte das in ihn gesetzte Vertrauen mit dem vierten Gesamtrang. Es folgten der siebte Platz in der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft und der zweite Platz im österreichischen Rallye-Cup. Fast hätte es sogar zum Sieg gereicht. "Ich habe zum Glück ein unglaublich starkes Team hinter mir. Der Support des Autohauses Bamminger inklusive Mechaniker und die Unterstützung meiner Sponsoren sind sehr wichtig für mich."

Lengauers Motto: Mit Hirn fahren

Der Schlüssel zum Erfolg liegt für Lengauer in mehreren Faktoren: gutes Auto, guter Beifahrer, Talent, Glück und Hirn. "Ich übertreibe es nicht immer und investiere auch mal in die eine oder andere Linie. Das Risiko eines Totalschadens fährt schon auch im Hinterkopf mit. Auch wenn ich den Subaru versichert habe, der Selbstbehalt ist enorm." Ein Rallye-Wochenende kostet den Grünbacher nicht nur jede Menge Vor- und Nachbereitungszeit, sondern vor allem auch einige tausend Euro.

Als nächstes will Lengauer im April erstmals die Lavantal-Rallye in Kärnten in Angriff nehmen. "Dass wir mit ziemlicher Sicherheit nicht an den Erfolg bei der Jännerrallye anknüpfen können, ist uns klar", sagt Lengauer. "Dafür verlieren wir auf Asphalt mit unserem schweren Serienauto im Vergleich zu den im Schnitt 200 Kilo leichteren Rennautos einfach zu viel Zeit. Auf Asphalt fehlt mir außerdem die Erfahrung. Ein Top-Ten-Ergebnis ist jedoch realistisch und unser absolutes Ziel. Loser Untergrund liegt mir und unserem Auto viel eher. Chancen für ein weiteres Podest rechne ich mir am ehesten noch bei der Waldviertel-Rallye auf Schotter aus."

Michael Lengauer zeigte mit dem dritten Platz bei der diesjährigen Jänner-Rallye groß auf.
Autor:

Elisabeth Klein aus Freistadt

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