MACHTKONZENTRATION
Braucommune-Chef Pöschko sieht Biervielfalt in Gefahr

Ewald Pöschko bangt um Biervielfalt und kritisiert die wachsende Marktmacht der Brauunion.
  • Ewald Pöschko bangt um Biervielfalt und kritisiert die wachsende Marktmacht der Brauunion.
  • Foto: Braucommune
  • hochgeladen von Roland Wolf

In der heimischen Brauerei-Szene brodelt es. Der Grund: Die Brauunion, die zum holländischen Heineken-Konzern gehört, will ihre Anteile an der Vorarlberger Brauerei Fohrenburg von elf auf 74 Prozent aufstocken. Damit hätte die Brauunion mit ihren 16 Biermarken mehr als 60 Prozent Marktanteil.

FREISTADT. Eine solche Machtkonzentration halten die "Culturbrauer", eine Vermarktungsplattform von acht Brauereien, der auch Freistädter Bier angehört, und die zusammen 15 Prozent Marktanteile halten, für bedenklich. "Sechs von zehn Bieren, die in Österreich gekauft oder konsumiert werden, sind mittlerweile Brauunion-Biere", sagt Ewald Pöschko, Geschäftsführer der Braucommune. "Dass die Brauunion Schritt für Schritt den Markt dominieren und den Preis diktieren will, sehe ich als Gefahr für den Biermarkt und die heimische Biervielfalt."

Mehr als 300 Brauereien

Gabriela Straka, Pressesprecherin der Brauunion, kann diese Sorgen nicht nachvollziehen: "Fohrenburger ist eine regionale Brauerei in Vorarlberg und hat somit keinerlei Einfluss auf den Absatz von Freistädter Bier. Wir werden weder an der Geschäftsführung oder den Mitarbeitern, noch an der Rezeptur etwas ändern. Der Brauunion ist es ein großes Anliegen, die einzigartige Bierkultur und Biervielfalt Österreichs zu schützen." Die Befürchtung, die Brauunion können zu dominant werden, kommentiert sie mit der Tatsache, dass es dafür die Bundeswettbewerbsbehörde gebe, welche die Aufstockung der Anteile gerade prüft. "Eine Monopolstellung der Brauunion verhindert alleine schon Österreichs unabhängige Bundeswettbewerbsbehörde. Weiters diktieren den Preis nicht die Bierproduzenten, sondern der Handel", sagt Straka und betont, dass die Anzahl der gewerblichen Brauereien mit 300 so hoch wie noch nie sei. Auch Pöschko begrüßt die große Biervielfalt zu der auch Kleinstbrauereien und Craft-Beer-Erzeuger wesentlich beitragen, relativiert diese große Zahl jedoch: "90 Prozent der 300 österreichischen Brauereien sind Kleinstbrauereien, die zusammen nicht einmal ein Prozent des Marktes ausmachen".

Autor:

Elisabeth Klein aus Freistadt

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