15.09.2014, 14:21 Uhr

Brustkrebs: Rosa Schleife statt rosa Brille

Primar Klaus-Dieter Hönig (Foto: gespag)
BEZIRK FREISTADT. Am 1. Oktober trägt die Welt pink. Sie tut dies seit 1991, denn seither ist die „Rosa Schleife“ Symbol für Brustkrebserkrankung. „Ein erhöhtes Brustkrebs-Bewusstsein und Aufklärung führen dazu, dass die Frauen sensibilisiert werden und sich weit mehr als früher mit dem Thema auseinander setzen“, weiß Primar Klaus-Dieter Hönig, Leiter der Radiologie am Landeskrankenhaus Freistadt. „Früherkennung bedeutet heute bei Brustkrebs beste Heilungschancen.“ Neben der Heilung ist der Erhalt der Brust so auch wahrscheinlicher. Brustkrebs ist die häufigste Tumorart bei Frauen. In Österreich erkranken jährlich 5000 Frauen, in Oberösterreich sind es 750. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an Brustkrebs zu erkranken und erreicht zwischen dem 55. Und 65. Lebensjahr den Spitzenwert. Aber auch junge Frauen sind immer öfter von Brustkrebs betroffen. Brustkrebs gibt es auch, wenngleich auch selten, auch bei Männern. An Brustkrebs sterben mehr Frauen als an irgendeiner anderen Krebserkrankung.
Die meisten Erkrankungen treten spontan auf und haben keinen vererbten Hintergrund, jedoch sollten Frauen mit Brustkrebsfällen in der Familie besonders achtsam sein. Frauen, bei denen die Regelblutung vor dem elften Lebensjahr eingetreten ist, haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, aber auch die erste Geburt nach dem 30. Lebensjahr und ein später Eintritt der Wechseljahre sind Indizien, die die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen. „Es gibt jedoch durchaus Faktoren, die durch den Lebensstil das Risiko erhöhen wie: hoher Fett- und Nikotinkonsum, Bewegungsmangel oder Stress, um nur die Wichtigsten zu nennen“, so Hönig.

Warnsignale sind:
Knotenbildung, eingezogene Brustwarzen oder Haut, Rötungen oder raue Oberfläche der Brustwarze, Veränderungen in Form, Größe und Beweglichkeit
Neben der Selbstabtastung, die idealer Weise immer zum gleichen Zykluszeitpunkt stattfinden soll, und den regelmäßigen Untersuchungen beim Frauenarzt, wird die Mammographie Frauen ab einem Alter von 40 Jahren in einem Intervall von zwei Jahren empfohlen. Primar Hönig: „Die Mammographie gilt als eines der sensibelsten Verfahren, kleinste Veränderungen im Brustgewebe bildlich darzustellen. Neben moderner Technik ist es vor allem Erfahrung und Gewissenhaftigkeit entscheidend, um eine hohe Treffsicherheit zu erreichen.“ Das Strahlenbelastung ist sehr gering. Jede Mammographie muss mit einer Untersuchung (Tasten, Befragung, bei Bedarf Ultraschall) gekoppelt sein.
„Die rosa Brille aufzusetzen und mit ‚es wird schon nichts sein‘ dem Thema Brustkrebs ausweichen zu wollen ist ein sehr hohes Risiko. Daher der Appell ,die Chance der Früherkennung zu nutzen“, rät der Mediziner.
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