05.09.2014, 08:48 Uhr

Onlineprogramm "Feelgood" analysiert Bewegungsverhalten

BEZIRK. Sitzen ist in unserer heutigen Gesellschaft ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Die erste Tasse Kaffee wird sitzend am Küchentisch zu sich genommen, auf dem Weg zur Arbeit wird die Bahn zum Schauplatz eines Wettkampfes um einen freien Platz. Oder man nimmt gleich das Auto. Je nachdem, welcher Tätigkeit man nachgeht, setzt sich das Sitzen dann für die nächsten Stunden fort — ob im Büro oder an der Kasse. Nach Feierabend und sichtlich erschöpft vom vielen Sitzen wird dieses in der Bahn, hinterm Steuer, am Küchentisch und anschließend auf dem Sofa weiter fortgesetzt. Zu später Stunde liegend im Bett stellt man, kurz bevor die Augen zufallen, noch einmal erschöpft fest, wie anstrengend dieser Arbeitstag doch war.

Für die Gesundheit hat dies schwere Folgen. Neben langfristigem Übergewicht durch die Erhöhung der Blutfett-Werte führt langes Sitzen zu einer Reihe ernsthafter Erkrankungen. Bandscheibenvorfälle und Gelenkerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Thrombosen, Herz-Kreislauf- sowie Verdauungsprobleme sind nur einige von ihnen.

Das Onlineprogramm Feelgood (www.feelgood.de) analysiert das Bewegungsverhalten seiner Nutzer im Verhältnis zum BMI (Body-Mass-Index). Auffällig ist, dass die Dauer des täglichen Sitzens mit zunehmendem BMI ansteigt. Während User mit einem normalem BMI von 19 - 24 durchschnittlich 3,4 Stunden am Tag im Sitzen verbringen, steigen die Stunden bei einem BMI zwischen 25 - 29 (leichtes Übergewicht) bereits auf 4,1 Stunden pro Tag. Bei einem BMI von 30 bis 34 (viel Übergewicht) beläuft sich die Dauer des Sitzens auf 4,9 Stunden und Menschen mit einem BMI von 35 und mehr (sehr viel Übergewicht) gaben als durchschnittliche Sitzdauer 5,6 Stunden an. Parallel dazu nimmt die Zeit, die mit Bewegung gefüllt ist, proportional ab.

"Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen es immer wieder: Wer viel sitzt und körperlich nicht aktiv ist, hat ein deutlich höheres Risiko an Gewicht zuzulegen und unter chronischen Krankheiten zu leiden. Dabei entsteht ein regelrechter Teufelskreis, denn wer sich in jungen Jahren nicht sportlich betätigt, hat es im Alter noch schwieriger. Gerade hier ist Bewegung wichtig, denn die meisten chronischen Erkrankungen treten zu dieser Zeit auf“, äußert sich Clemens Jannsen, wissenschaftlicher Leiter bei Feelgood, über die Analyse-Ergebnisse. "Liegt der Schlüssel zu einem gesunden Leben also in der Erhöhung der körperlichen Aktivität? Ärzte, Mediziner und Wissenschaftler raten immer wieder zu einem aktiven Leben, um chronischen Erkrankungen vorzubeugen und das Körpergewicht in Balance zu halten oder zu bringen. Hierbei muss es sich aber nicht um das tägliche, intensive Training handeln, sondern um eine Steigerung der Bewegung im Alltag, die zu einem langfristigen Abnehm- und Gesundheitserfolg führt. Treppe statt Aufzug, eine Runde um den Block statt Feierabendbier auf der Couch."
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