24.10.2017, 08:27 Uhr

„Rheuma“ hat hunderte verschiedene Krankheitsbilder

Oberärztin Gertraud Lang: LKH Freistadt hat Rheumabmbulanz (Foto: gespag)
BEZIRK FREISTADT. Der Welt-Rheumatag im Oktober stand ganz im Zeichen der Bedürfnisse von rheumakranken Personen. Der rheumatische Formenkreis ist sehr komplex und umfasst mehrere hundert Krankheiten. Daher braucht es für die Diagnose und Therapie viel Erfahrung, die das Landes-Krankenhaus Freistadt in der Rheuma-Ambulanz bietet.

Ziehende und reißende Schmerzen in den Gelenken werden im Volksmund gerne als Rheuma bezeichnet. Tatsächlich gibt es bei dieser Erkrankung mehrere hundert unterschiedliche Formen, Ausprägungen und Beschwerdebilder. Es handelt sich daher vielmehr um einen Sammelbegriff von entzündlichen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. „Viele rheumatische Erkrankungen betreffen den gesamten Körper, etwa Gelenke, Weichteile, innere Organe, Gefäße“, erklärt Oberärztin Gertraud Lang vom Landes-Krankenhaus Freistadt. Entsprechend vielfältig sind die Beschwerden: Muskelschmerzen, Sonnenallergie, Infektionen, Müdigkeit, Gelenksschwellungen und vieles mehr. „Auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen können damit verknüpft sein“, ergänzt die Rheumaspezialistin. Viele dieser Ausprägungen haben eine Störung des Immunsystems gemeinsam, bei der es zumeist zu einem körpereigenen Angriff der Gelenksinnenhaut kommt.


Keine Alterskrankheit

Entgegen der landläufigen Meinung ist Rheuma keinesfalls nur eine Erkrankung, die ältere Menschen betrifft. Selbst junge Personen und sogar Kleinkinder können an Rheuma erkranken. Die genaue Ursache für rheumatische Erkrankungen ist bis dato unbekannt, jedoch könnte es – werden die Beschwerden nicht behandelt – zu einer starken Beeinträchtigung des Bewegungsapparates und zu einer allmählichen Zerstörung der betroffenen Gelenke bzw. Organe kommen.

Zwar kann Rheuma nicht geheilt werden, eine frühe Diagnose und rasche Therapie können den Krankheitsverlauf jedoch wesentlich beeinflussen. Mit einer individuellen Kombination aus immunmodulierenden Medikamenten, Schmerzmitteln, Operationen sowie Ergo- und Physiotherapie ist es heute möglich, das Fortschreiten der Gelenkszerstörung wesentlich zu verlangsamen und die Beweglichkeit bis ins hohe Alter zu erhalten.
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