21.11.2016, 10:26 Uhr

Schwungvoll und aktiv trotz Herzerkrankung: Herzsportgruppe am LKH Freistadt

Therapeutisch begleitetes Training der Herzsportgruppe mit Obfrau Annemarie Larndorfer (li.) und Physiotherapeutin Marlene Lindenberger (re.). (Foto: gespag)
FREISTADT. Bewegung und Sport sind gesund und stärken den Herzkreislauf.
Das gilt auch für Menschen nach einem Herzinfarkt, einer Bypass-Operation oder dem Einsetzen eines Stents. Viele Betroffene sind nach einer derartigen Erkrankung jedoch erst einmal unsicher, was und wieviel an Bewegung ihrem Herzen zuträglich ist. Deshalb – und auch weil Sport in der Gruppe und unter Gleichgesinnten mehr Freude bereitet – gibt es am LKH Freistadt seit 1992 eine spezielle Herzsportgruppe. Jeden Mittwoch, zwischen 15 und 16 Uhr können Herzpatienten – unter Anleitung einer Physiotherapeutin des Spitals – ihrem Herzen auf die Sprünge helfen.
Im Vordergrund dieser vom Herzverband Freistadt organisierten Herzgruppe steht die nachhaltige Senkung eines erneut auftretenden Erkrankungsrisikos bzw. die Verbesserung des persönlichen Herz-Kreislaufsystems. Ihr Slogan lautet: „Tun Sie etwas für Ihr Herz, bevor es nichts mehr tut für Sie“. „Viele Menschen meinen, dass sie sich nach einer Herzerkrankung nicht anstrengen dürfen“, sagt Primar Norbert Fritsch, Leiter der Abteilung für Innere Medizin im LKH Freistadt, „körperliche Betätigung ist aber auch für sie überaus wichtig.“ Wer sich regelmäßig bewegt, erwirkt eine generelle Senkung der Herzfrequenz. Durch die sportliche Betätigung werden die Muskeln animiert, verstärkt Sauerstoff aufzunehmen. Das Herz wird damit längerfristig entlastet.
Unter gezielter Experten-Anleitung und mit Hilfe spezieller Trainingsübungen können herzkranke Personen in der Herzsportgruppe sich selbst und vor allem ihr Herz wieder fit für den Alltag machen. Der Erfahrungsaustausch mit Personen mit ähnlichen Beschwerden ist dabei ein zusätzlicher Bonus.

Um nach dem Auftreten einer Herzerkrankung möglichst schnell wieder fit zu werden, bedarf es nicht zwingend einer speziellen Herzsportgruppe. Wichtig ist, sich zu fordern, ohne sich zu überfordern. „Die gezielte Bewegung trägt positiv zum Therapieverlauf bei“, so der Mediziner, „wer jedoch zuvor kein Leistungssportler war, sollte auch nach einer Operation nicht übertreiben.“
Herzkranke Personen oder Menschen, die schon einen Infarkt hinter sich haben, sollten vor jeder Sporteinheit gut in sich hineinhören und auf die persönliche Tagesverfassung achten. Sind die Betroffenen stabil, so kann schonfrüh wieder mit einem angepassten Training begonnen werden. „Je nach persönlichem Befinden steigern Sie sich langsam und in Ihrem Tempo auf ein Trainingslevel von dreimal 30 Minuten pro Woche heran“, rät Primar Fritsch, „gut geeignet sind dabei Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Rudern oder Radfahren. Auch Schwimmen oder Skifahren stellen kein Problem dar.“ Vorsicht sollten herzkranke Personen allerdings bei jenen Sportarten walten lassen, die kurzzeitig hohe Belastungen erfordern: Schnelle Ballspiele, Gewichte heben oder Mountainbiken sind zu meiden.


Fahrrad statt Auto – Treppe statt Aufzug

Ob Herzerkrankung oder einfache Prävention – es ist meist nicht sehr schwierig, den Alltag mit Bewegung anzureichern. „Nehmen Sie durchaus einmal die Treppe, anstatt des Aufzugs und parken Sie Ihr Auto bei trockenem Wetter ein paar Straßen von der Arbeitsstelle entfernt“, rät der Experte, „Ihr Herz wird es Ihnen auf jeden Fall danken.“
Patienten oder Personen mit Herzerkrankungen, die sich für das therapeutisch begleitete Training (durch Physiotherapeutin Marlene Lindenberger) der Herzgruppe im LKH Freistadt interessieren, können sich bei der Obfrau Annemarie Larndorfer unter 0650/7219150 informieren.
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