10.07.2018, 13:46 Uhr

Warum Obst nicht immer gesund ist

(Foto: panthermedia_net - imagepointfr)

Das reife Obst ist derzeit zum Anbeißen, und das warme Wetter macht Appetit auf gesundes Obst und Salate. Gesund?

FREISTADT. Nicht selten endet der vermehrte Genuss mit Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall, Übelkeit oder Völlegeühl. Bei solchen Beschwerden sollte man an eine Fructoseunverträglichkeit denken und sich untersuchen lassen. Im Landeskrankenhaus Freistadt kann mittels Atemtest Klarheit geschafffen werden. Liegt tatsächlich eine Unverträglichkeit vor, gelangt der Fruchtzucker, der nicht aus dem Dünndarm aufgenommen wurde in den Dickdarm, wo er zu unangenehmen Folgen kommt.

Übrigens: Trotz Beschwerden muss es sich nicht immerum eine Unverträglichkeit handeln, denn immer noch herrscht Unwissenheit darüber, wie viel – oder besser gesagt, wie wenig Obst für unsere Verdauung nützlich ist. Die Nahrungspyramide, bei der unter anderem viel Obst die Basis bildet, sei längst überholt. Gegen einen Apfel pro Tag sei nichts einzuwenden. Wichtig ist eine Beachtung der Höchstmenge an Fruktose und Sorbit – diese sollte nicht überschritten werden. Besonders Früchte mit hohem Fruktose- und Sorbit-Gehalt und vor allem Fruchtsäfte sollten nicht übermäßig konsumiert werden.

Für die Dauer von zwei bis drei Wochen nach der Diagnosestellung empfehlen die Experten des Landeskrankenhauses Freistadt eine streng fruktosearme Kost auf der Basis einer leichten Vollkost. Diese leicht verdauliche, fettarme, blähungsarme und mild gewürzte Ernährung unterstützt den Heilungsprozess. So kann sich ihr Darm beruhigen.
Dafür empfiehlt er, viel saisonales Gemüse aus der näheren Umgebung zu essen – am besten roh oder gedünstet. Damit könne man den Vitamin- und Ballaststoffbedarf problemlos decken.

Liegt tatsächlich eine Unverträglichkeit vor, gelangt der Fruchtzucker, der nicht aus dem Dünndarm aufgenommen wurde in den Dickdarm, wo er zu unangenehmen Folgen kommt. Neben den bereits erwähnten Symptomen kann es auch zu Müdigkeit nach dem Essen und Stimmungsschwankungen kommen. Zu beachten ist auch, dass eine Unverträglichkeit selten alleine kommt, betont der Mediziner. Aus diesem Grund wird im LKH Freistadt auch stets beim Atemtest auf Laktose, Fruktose und Sorbit getestet.
Die Expertinnen im Freistädter Spital beraten gerne, was Patienten essen sollten und was eher nicht.

Raphaela Leitner, Diätologin am LKH Freistadt, rät: "Gleichen Sie die eingeschränkte Obstzufuhr mit  viel saisonalem Gemüse aus, am bestens aus der Region und gedünstet. Eine ausgewogene Kost sollte täglich fünf Portionen enthalten."

Je nachdem, wie ausgeprägt Ihre Fruktosemalabsorption ("schlechte Aunahme") ist, kann es schwierig sein, den Bedarf an Vitamin C, Zink und Folsäure zu decken. Daher Alternativen suchen! Folsäure kommt vor allem in Weizenkeimen, dunkelgrünem Gemüse (Endiviensalat, Spinat), rote Rüben und Walnüsse vor. Zink findet man in Haferlocken, Käse, Weizenkleie, Roggen- und Weizenkeimen, Eiern und Fleisch.

Schlussendlich, so die Diätologin, sollte man die individuelle Fruktosetoleranz kennen und eine Fruktose-angepasste Ernährung langfristig berücksichtigen.
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