24.03.2017, 15:01 Uhr

Lächeln winkt als Lohn

Mit der Handpuppe Roko ist Ingrid Haslinger im Rahmen eines Erste-Hilfe-Programmes in den Kindergärten unterwegs.

Ingrid Haslinger aus Tragwein hat ihr Leben dem Roten Kreuz und der Ersten Hilfeverschrieben.

„Hallo, liebe Kinder, ich bin Ingrid und das ist mein Freund Roko.“ Mit diesen Worten begrüßt Ingrid Haslinger ihre jüngsten Zuhörer. Sie besucht ehrenamtlich die Kindergärten im Unteren Mühlviertel und unterstützt die Kindergartenpädagoginnen im Erste-Hilfe- Unterricht gemeinsam mit einer Handpuppe. „Es ist immer wahnsinnig schön zu sehen, wie die Kinderaugen leuchten, wenn ich mit meinem Begleiter Roko komme und die Kinder auf mich zustürmen“, sagt die Tragweinerin.

4000 Ausfahrten

Ingrid Haslinger war 44 Jahre ehrenamtlich im aktiven Rettungsdienst tätig. Sie machte rund 4000 Ausfahrten und ist weit im Umkreis bekannt. Sie hat viel erlebt. Zu ihren schönsten Rettungseinsätzen zählen drei Geburten. Wo viel Licht ist, ist auch Schatten: Auch bei mehreren schweren Unfällen war sie live dabei.
Hochwasser- Einsätze erstreckten sich oft gleich über mehrere Tage. Mit 16 Jahren war sie bereits als Transportführerin unterwegs. Anfangs mit ihren Eltern, Josef und Hilda Irrer, die die Rot-Kreuz-Stelle in Tragwein im Jahr 1969 gegründet und
in ihrem Haus zehn Jahre lang die Einsatzstelle beherbergten hatten.
Freie Tage gab es zu dieser Zeit nur wenige, es herrschte ständige Einsatzbereitschaft. „Wenn in der Nacht nach einem Einsatz sie müde heimkam, musste noch das Auto geputzt werden, damit es jederzeit wieder bereit war“, erinnert sich Haslinger.
1979 übersiedelte die Einsatzstelle dann in das Gemeindeamt und gleichzeitig wurden die ersten Zivildiener eingestellt. Seit dieser Zeit war sie an der Perfektionierung der Zivildiener-Ausbildung maßgeblich beteiligt.
Haushalt und Kinder mussten oft hintangestellt werden, wenn ein Notruf eintraf. Ingrid Haslinger ließ alles liegen und stehen und gab dieKinder schnell zur Oma. „Nie konnte ich ihnen sagen, wann die Mama wieder nach Hause kommt.“
Manche Patienten wollten übrigens nur mit der Ingrid fahren. Sie hatte immer einen Rosenkranz und Weihwasser im Auto dabei. „Einige Patienten schätzten das sehr.“ Jahrelang half Ingrid Haslinger bei großen Anlässen, in der Feldküche des Roten Kreuzes in Oberösterreich mit. Da dauerte so ein Arbeitstag oft von 4 Uhr am Morgen bis nächsten Tag um 2 Uhr in der Früh.
Von 1990 bis ins Jahr 2000 besuchte die begeisterte Ehrenamtliche die dritten Klassen der Volksschule Tragwein, um den Schülern Grundbegriffe in Erste Hilfe zu zeigen.
Ihr Motto: „Rotes Kreuz und Erste Hilfe sind mein Leben. Es ist schön, Menschen helfen zu können. Ein dankbares Lächeln und die strahlenden Kinderaugen – das
ist mein schönster Lohn.“
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.