25.10.2017, 07:48 Uhr

facebook & co leben weiter

Andrea Obermüller, Bestatterin aus Neumarkt (Foto: Margot Haag)
BEZIRK, NEUMARKT (he). Fast jeder hinterlässt im World Wide Web Spuren. Als digitaler Nachlass werden jene Daten bezeichnet, die auch noch nach dem Tod eines Menschen oft lange Zeit weiterlaufen oder gar nicht gelöscht werden. Dazu zählen Blogs, Facebook oder Twitter, außerdem E-Mail-Konten, Partnervermittlungsbörsen, Mitgliedschaften bei kostenpflichtigen Multimediadiensten wie Netflix und nicht zuletzt Online-Banking. Der Umgang damit stellt Hinterbliebene vor große Herausforderungen, da sie in der Regel weder wissen, wo der Verstorbene im Internet aktiv war, noch welche Zugangsdaten und Passwörter für die Online-Aktivitäten benutzt worden sind. Andrea Obermüller, Bestatterin aus Neumarkt: „Wir als Bestatter können jetzt auch das Ausforschen dieser digitalen Spuren übernehmen!“ Auf der Homepage Saferinternet.at-Broschürenservice kann man sich kostenlos wichtige Infos herunterladen. Auch der Wiener Verein hat in Zusammenarbeit mit Bestattern eine Möglichkeit gefunden, den Angehörigen bei der Suche von Spuren im Internet zu helfen. Bei über 150 Webanbietern wird nachgeforscht. Die Hinterbliebenen erfahren rechtzeitig, ob etwa Verbindlichkeiten oder Guthaben bei Anbietern bestehen. Denn eines sollten die Hinterbliebenen wissen: Neben dem großen Schmerz über den Tod eines geliebten Menschen könnten auch noch Kosten und Verbindlichkeiten auftauchen. Als Hinterbliebene bzw. Erbe sollte man wissen, dass man in alle Rechte, Pflichten und auch Rechtsverhältnisse des Verstorbenen eintritt. Auch alle im Internet geschlossenen Verträge und Verbindlichkeiten des Verstorbenen gehen auf die Erben über. Im Einzelfall können dadurch erhebliche Kosten entstehen.
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