26.07.2017, 13:04 Uhr

Grüner kritisiert: "Kostbarer Boden entwertet"

Clemens Stammler: "Der starke Regen hat den großflächig aufgerissenen, verbliebenen Boden der künstlich geschaffenen Magerwiese teilweise in den darunterliegenden Bach abgeschwemmt."
LASBERG. „Es darf nicht sein, dass bei großen Bauprojekten immer wieder anfallender, kostbarer Boden entwertet wird", sagt Clemens Stammler, Grüner Landwirtschaftskammerrat der Landwirtschaftskammer OÖ. Der Fall der S 10 in Lasberg sei dafür ein mahnendes Beispiel. Dort sei aus gut Gemeintem das Gegenteil geworden und wertvoller Oberboden verloren gegangen. "Dieser Fall zeigt, dass man mit der wertvollen Ressource Boden viel sorgsamer umgehen muss."

Um im Zuge des S-10-Baus eine ökologische Ausgleichsfläche zu schaffen, hat die Asfinag in Lasberg in den vergangenen Monaten 45.000 Kubikmeter Erdreich (Humus) von einer neun Hektar großen Ackerfläche abtransportiert. Durch diesen Abtrag sollte am schnellsten eine naturschutzfachlich wertvolle, artenreiche Magerwiese geschaffen werden. Der aus dieser auferlegten Ausgleichsmaßnahme gewonnene Humus wurde seitens der Asfinag anderswo als Entschädigung für Grundablösen aufgetragen, in der Annahme, doppelt Positives zu bewirken. Aber das Gegenteil sei eingetreten, so Stammler. „Der starke Regen hat den großflächig aufgerissenen, verbliebenen Boden der künstlich geschaffenen Magerwiese teilweise in den darunterliegenden Bach abgeschwemmt. Der Humus ist weg und damit auch die Magerwiese. Eine Bewirtschaftung der ehemals großen Ackerfläche ist für viele Generationen nicht mehr möglich."
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