19.06.2017, 11:21 Uhr

"Kranke Menschen brauchen Zeit"

Ang. Betriebsrätin Silvia Rentenberger-Enzenebner, Pflegedirektor Ernst Weilguny, LR Birgit Gerstorfer, Ärztlicher Direktor Prim. Norbert Fritsch, Bundesrat Michael Lindner (von links). (Foto: SPÖ Freistadt)
BEZIRK FREISTADT. Im Rahmen der Kampagne "würdige Arbeit" setzt sich Landesrätin Birgit Gerstorfer für Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen und eine gerechte Entlohnung der Arbeit ein. Die SP des Bezirkes Freistadt setzt diesbezüglich einen Schwerpunkt in der Pflege. Gerstorfer tauschte sich mit Mitarbeitern des Landeskrankenhauses Freistadt aus. "Durch neue Konzepte der Betreuung, aber auch weniger Zettelwirtschaft will ich Mitarbeiter für jene Aufgaben freispielen, die sie mit enormem Herzblut machen: nämlich für ihre Mitmenschen da zu sein!" Die Betriebsrätin im LKH Freistadt, Silvia Rentenberger-Enzenebner, zeigt auf, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Aufgaben zum Pflegepersonal gewandert sind: "Die Pflegekräfte übernehmen Aufgaben, die im bisherigen Pflegeschlüssel zur Finanzierung nicht berücksichtigt sind. Es ist hoch an der Zeit, diesen Schlüssel anzupassen. Bei vielen ist die Leistungsfähigkeit schon erreicht. Wir brauchen eine Aufstockung des Pflegepersonals in den Krankenhäusern und Heimen." Sie appelliert: "Kranken Menschen brauchen Zeit!"
SP-Bezirksvorsitzender Bundesrat Michael Lindner: "Tagtäglich arbeiten in unserer Region hunderte Menschen mit viel Hingabe direkt bei den Menschen. Diese Arbeit wollen wir vor den Vorhang holen, gerade weil die Belastungen immer stärker werden. Wenn wir den Pflegeberuf als Zukunftsberuf attrativ halten wollen, dann braucht es mehr Geld." Lindner verweist auf eine Studie der der Arbeiterkammer: "62 Prozent der Pflegekräfte geben an, häufig oder sehr häufig von hohem Zeitstress betroffen zu sein." Lindner will mit seinem Team und Betriebsrätin Rentenberger-Enzenebner das LKH Freistadt weiter stärken. "Unser Spital ist größter Arbeitgeber im Bezirk. Mit der neuen Geburtenstation hat sich ein rasanter Geburtenanstieg von 13 Prozent eingestellt. Für uns wäre das Grund genug, hier eine eigene Kinderstation einzurichten. Das erspart aufwändige Transporte nach Linz, wenn Schwierigkeiten auftreten, und das Krankenhaus wird mit einem weiteren Schwerpunkt attraktiver für Jungärzte." Die SPÖ weist auch darauf hin, dass im Mühlviertel kein Magnetresonanz-Tomograph zur Verfügung steht. Den möchte man für Freistadt haben.
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