05.10.2017, 08:48 Uhr

"Tag ohne Barrieren" soll Ängste abbauen

Auf Rollstuhlfahrer warten ständig Hürden. (Foto: Fotolia/Robert Kneschke)
FREISTADT. Am Freitag, 13. Oktober, 15 bis 19 Uhr, findet im Salzhof Freistadt ein "Tag ohne Barrieren" unter dem Motto "G’hört g’segn" statt. Veranstalter ist der OÖ Zivil-Invalidenverband (OÖZIV) in Kooperation mit der Leaderregion Mühlviertler Kernland.

"Wir wollen Bewusstsein für das Thema Beeinträchtigung schaffen und Berührungsängste abbauen", sagt OÖZIV-Geschäftsführer Michael Leitner. Das Programm, das die Organisatoren zusammengestellt haben, ist äußerst abwechslungsreich. Neben informativen Vorträgen zu Sinnesbeeinträchtigungen und Projektpräsentationen gibt es an diesem Nachmittag auch einen "Triathlon der Sinne". In der Blackbox können die Gäste im Dunkeln versuchen, einen Kuchen zu essen oder ein Glas Wasser einzuschenken. Station Nummer zwei ist eine "inklusive Spielhöhle": Dort spielen die Gäste gemeinsam mit sehbeeinträchtigten Menschen "Mensch ärgere dich nicht" oder "Uno" – beide Spiele sind mit der Braille-Schrift versehen. Auf der dritten Etappe wartet ein Crashkurs in Gebärdensprache.

Dass Beeinträchtigungen jeder Art längst nicht nur Randgruppen betreffen, erklärt Hans Dirnberger, Rollstuhlfahrer aus Hagenberg: "Laut Sozialministerium ist Barrierefreiheit für zehn Prozent der Bevölkerung absolut zwingend, für 30 bis 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel." Dirnberger weist auch darauf hin, dass nicht nur Rampen oder Schranken Barrieren darstellen. "Daneben sind viele unsichtbare soziale Barrieren vorhanden und es es fehlen vielfach Informationen über mögliche Hilfestellungen."

Der "Tag ohne Barrieren" ist Teil einer Veranstaltungsserie, die sich über drei Jahre erstreckt. "Ziel ist die Sensibilisierung der Bevölkerung", sagt Conny Wernitznig, die Geschäftsführerin der Leaderregion Mühlviertler Kernland. "Wir wollen die Zivilcourage stärken und das Mühlviertler Kernland familienfreundlich und generationenfit machen." Im nächsten Jahr geht es um "Leichte Sprache", 2019 steht dann "Vielfalt und Inklusion" auf dem Programm.


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