03.09.2014, 09:45 Uhr

Von der Berliner Mauer über die Spree auf den Mount Everest

PREGARTEN. Ambros Mühlbachler war in den vergangenen Tagen wieder voll in seinem Element. Innerhalb kürzester Zeit fuhr der Extremsportler aus Pregarten zweimal nach Berlin, um an großen Laufereignissen teilzunehmen.

Zunächst absolvierte der 54-jährige Briefträger den Mauerweglauf, auch "100MeilenBerlin" genannt. Es galt, 160 Kilometer entlang der ehemaligen Berliner Mauer zu absolvieren. Mühlbachler beendete das Rennen in 22:38,22 Stunden und erhielt ein ganz besonderes Geschenk. "Alle Läufer, die unter 24 Stunden blieben, bekamen eine silberne Gürtelschnalle", sagt Mühlbachler nicht ganz ohne Stolz,.

Eine Woche später zog es den Dauerläufer schon wieder in den Norden. Auf dem Programm stand der Spreelauf. Mit Start in Berlin ging es in sechs Tagesetappen bis zur Quelle der Spree nach Kottmar-Walddorf in Sachsen. Distanz: 408 Kilometer! "Es war ein wunderbarer Lauf durch traumhaftes Gebiet", schildert Mühlbachler. "Wir sind sicher durch 20, 30 Ortschaften gelaufen, in denen sich in den vergangenen Jahrzehnten so gut wie nichts getan hat."

Für 2015 hat Mühlbachler den Herbstlauf von Wien nach Budapest (317 Kilometer) im Visier. Eine seiner größten Herausforderungen steht aber schon im Frühjahr auf dem Programm: der Everest-Marathon. "Wir werden innerhalb von zehn Tagen auf rund 5000 Meter steigen und danach einen Marathon absolvieren." Das Ziel des "Tenzing Hillary Everest Marathon" befindet sich auf etwa 2900 Metern Seehöhe. Auf die Frage, ob er dann endgültig am Gipfel seiner Karriere angelangt sei, schmunzelt Mühlbacher: "Die Wüste Gobi möchte ich schon noch ausprobieren ..."


Mauerweglauf
Die Strecke der "100MeilenBerlin" ist fast identisch mit dem offiziell ausgewiesenen Berliner Mauerweg. Der Mauerweg ist ein Rad- und Fußweg und entstand im Jahr 2001 auf Initiative des heutigen Europaabgeordneten Michael Cramer. Er entspricht in großen Teilen dem Verlauf der ehemaligen Grenze und führt in einer großen Runde um das westliche Berlin. Bis 1990 wurde der Asphaltstreifen als Patrouillenweg von den DDR-Grenztruppen genutzt und befindet sich daher zum überwiegenden Teil auf Brandenburger Gebiet. Orangefarbene Stelen, Gedenkkreuze sowie ehemalige Wachtürme erinnern an die Opfer dieser menschenverachtenden Grenze. Mindestens 136 Menschen kamen hier zwischen 1961 und 1989 ums Leben.
http://www.100meilen.de/

Spreelauf:
Etwa 408 Kilometer auf Rad- und Wanderwegen führt die Strecke des Spreelaufs die Teilnehmer in sechs Etappen entlang der Spree. Der erste Spreelauf fand auf Initiative von Henry Wehder im Jahr 2000 statt. Weitere Läufe folgten in den Jahren 2001, 2002 und 2004. Dann war zehn Jahre Pause. Von 24. bis 29. August 2014 erlebte der Spreelauf ein Comeback.
http://www.spreelauf.com

Everest-Marathon
http://www.everestmarathon.com/#&panel1-1
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