11.07.2018, 13:35 Uhr

"Ein wesentlicher Hemmschuh sind auch die hohen Lohnnebenkosten"

Christoph Heumader, stellvetretender Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft OÖ (Foto: Jasmina Rahmanovic)
BEZIRK FREISTADT. „Unsere jungen Wirtschaftstreibenden sind mit hohen Erwartungen an die Bundesregierung in das Jahr 2018 gestartet. Mit dem Ende des ersten Halbjahres hat der Optimismus unter Österreichs Jungunternehmern einen Dämpfer erhalten“, so JW-Landesvorsitzender Bernhard Aichinger: Laut einer Umfrage des market-Instituts glauben rund zwei Drittel der befragten Jungunternehmer an eine positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung Österreichs, wobei acht Prozent weniger optimistisch sind als bei der letzten Umfrage vom Dezember. Auch die Bereitschaft, Mitarbeiter einzustellen, ist gesunken: Nur 30 Prozent können sich vorstellen, neues Personal einzustellen. Zu Beginn des Jahres waren es noch 41 Prozent. „Die hohe Abgabenquote ist hierbei ein großes Hindernis. Wir als Junge Wirtschaft appellieren an die Politik, die Abgabenquote auf 40 Prozent zu senken sowie die Körperschaftssteuer auf 20 Prozent zu reduzieren. Die neue Regierung hat so einiges versprochen, doch nun ist es höchste Zeit, dass nach den Worten auch Taten folgen“, so Aichinger.

Auch der Freistädter Christoph Heumader, stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft OÖ, warnt: "Ein wesentlicher Hemmschuh sind auch die hohen Lohnnebenkosten, die zu den höchsten in Europa zählen." Der Bürokratiedschungel sei extrem. "Unsere Jungunternehmer brauchen ihre Zeit und Energie, um sich voll und ganz auf ihren Betrieb zu konzentrieren“, so Aichinger.
Die Investitionspläne von jungen Unternehmern sind zwar um acht Prozent gesunken, bleiben mit 30 Prozent aber weiterhin auf hohem Niveau. „Wir brauchen in Österreich endlich effektive Impulse wie einen Beteiligungsfreibetrag von 100.000 Euro, um den Zugang zu Risikokapital zu erleichtern“, weiß Aichinger. Denn: Bei privaten Investitionen in Unternehmen hinkt Österreich im europäischen Vergleich weit hinterher, da wirksame steuerliche Anreize fehlen, um in den innovativen Unternehmernachwuchs zu investieren. Als Folge werden vielversprechende Start-ups am raschen Durchstarten in Österreich gehindert und damit ins Ausland gedrängt.
„Es bedarf einer langfristigen Entlastung, damit die wirtschaftliche Stimmung weiterhin einen Aufschwung erlebt und Unternehmen ihr volles Potenzial ausleben können. Wir behalten die Regierung diesbezüglich genau im Auge“, sagt Aichinger abschließend.
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