Angern allein ist gefragt

Angerns Bürger informierten sich über die Details zur geplanten Brücke in Angern.
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Im Hickhack um die geplante Marchbrücke wird am 21. April das Volk befragt. Ein Teil zumindest.
ANGERN. Eine Brücke, die trennt, statt zu verbinden: Befürworter und Gegner liefern sich hitzige Wortgefechte. Vergangene Woche präsentierten die Planer das Projekt Brücke Angern - Záhorská Ves. Man erhofft sich, dass Zahlen, Daten, Fakten die Bevölkerung von diesem EU-finanzierten Bau überzeugen könnten.
Viele Angerner wünschen sich schon lange diese Brücke - und viele lenhen sie ab. Nur wenige sind absolute Brückengegner, vielmehr fürchtet man das steigende Verkehrsaufkommen, eine Angst, die sich Skeptiker auch durch Prognosen nicht nehmen lassen. Ging man vor über zehn Jahren noch von einer Steigerung von plus 6000 Fahrzeugen aus prognostizieren die Planer derzeit, dass die Marchbrücke Angern im Jahr 2020 einen Verkehrszuwachs von 2000 Fahrzeugen pro Tag bringen würde.

Zweifelhafte Zahlen

Zu viel, meinen einige Angerner, die obendrein die Prognosen anzweifeln. Zu oft schon wurden prognostizierte Verkehrszahlen von der Wirklichkeit überrollt. Sie fordern den Brückestandort inklusive Umfahrung südlich von Angern, um den Ort zu entlasten. Die Neuplanung würde allerdings das von EU und Land fertig ausfinanzierte Projekt kippen und es ist fraglich, ob die Süd-Brücke jemals gebaut werden würde. Denn diese Variante führt durch Naturschutzgebiet, was ein jahrelanges Umweltverträglichkeitsverfahren nach sich ziehen würde. Obendrein sind die EU-Mittel für die Förderperiode 2014-20 vorgesehen, ob für einen Brückenbau im zehn Jahren noch Geld aus Brüssel fließen wird, ist fraglich.

Volksbefragung nur für Angern

"Am 21. September wird Angern gefragt: Sind Sie für den Brückenbau am Standort der Fähre?", verkündet Bürgermeister Robert Meißl. Die Katastralgemeinden werden aus der Befragung ausgeschlossen. "Die sind nicht betroffen", meint Meißl. "Das ist ein Witz, wir wollen die Brücke, wir profitieren von den Gästen aus der Slowakei", ärgert sich ein Mannersdorfer Winzer. Außerdem werden Mannersdorf und Stillfried durch den Brückenbau vom Verkehr entlastet - zumindest laut Prognose.

Genesis des Projektes Brücke Angern – Zahorska Ves

2001 Fähre Zahorska Ves - Angern geht in Betrieb
2002/2003 Vorarbeiten zum Projekt einer Strassenbrücke im Ort sowie Diskussion von Alternativen, wie Vorstudie Südumfahrung. Als nicht realisierbar zurückgestellt. Zwischenzeitig Planungen und Bau der Brücke Hohenau –Moravsky Sv. Jan (Eröffnung Juli 2005)
2005 Korridoruntersuchung Marchfeld mit Endbericht und Empfehlungen des Marchfeldteams : „…ein Schnellstrassen-Übergang bei Angern ist allerdings verkehrlich nicht begründbar und stellt keine Verbesserung der Verbindung zwischen Wien und Bratislava dar.“
Das NÖ Landesverkehrskonzept sieht zwei weitere Brücken vor: Marchegg und Angern (für die regionale Erschließung)
März 2005 Wiederaufnahme der Arbeiten am Projekt Brücke Angern
Juni 2005 Unterzeichnung eines bilateralen Partnerschaftsvertrages (NÖ, Region Bratislava, Standortgemeinden Angern, Zahorska Ves) zur Errichtung einer Brücke
23.6. 2005 Grundsatzbeschluss des Gemeinderates von Angern zum Brückenprojekt
16. 3. 2006 Bürgerinformation zum Brückenprojekt in der Marchlandhalle
21. 10. 2007 Volksbefragung, 60% für die Brücke im Ort am Standort bei der Fähre
Juli 2009 technisches Vorprojekt liegt bilateral abgestimmt vor, wesentliche Bewilligungsverfahren und Studien sind abgeschlossen, bilaterale Absichtserklärungen über die Realisierung liegen vor – Projektstopp, da auf slowakischer Seite Finanzierung nicht gewährleistet werden kann.
Sept. 2012 Radbrücke Schloßhof – Devinska Nova Ves wird eröffnet
Herbst 2012 Wiederaufnahme der Arbeiten am Brückenprojekt Angern-Zahorska Ves, in zwei Projektetappen:
2012 – 2015 ANZAMOST I (Planung mit dem Ziel: Fertigstellung des Projektes bis zur Ausschreibungsreife, inkl. Genehmigungen)
geplant: 2015 -2019/20 ANZAMOST II (Errichtung, Baudurchführung, Projektumsetzung), gefördert im Rahmen des ETZ-Programms SK-AT 2014 – 2020, Finanzierung für das vorliegende Vorhaben durch EU zu 85 %, Land NÖ und die Region Bratislava.

Planungsausstellung

Vor den Tümmern der Brücke

Für den Fährenstandort

Wann rollen die Bagger an?
Ulrike Potmesil

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