Aus Liebe zum Wetter

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NEXING. Wer jetzt im wettermäßig unstabilen Monat April einen Ausflug ins Museumsdorf Niedersulz oder eine Radtour plant, sollte vorher auf www.meteonex.at einen Blick auf die regionale Wetterprognose werfen. Eingepflegt werden diese und viele weitere Daten rund ums Sulzer Wetter von Roman Rautenberg. Er hat auf dem Grundstück seiner Eltern, gegenüber dem Nexinger Teich, einen „Klimagarten“ errichtet. Die darin befindlichen Messgeräte nach WMO-Standard (Weltorganisation für Meteorologie) erfassen „teilautomatisiert“ kontinuierlich und präzise eine Reihe von meteorologischen Parametern für das Sulzer Gebiet.

Umfangreiche Erhebung
Roman Rautenberg erklärt: "In der Klimahütte werden die aktuelle Lufttemperatur, Höchst- und Tiefstwerte sowie die relative Luftfeuchtigkeit gemessen und von einem elektronischen Datenlogger automatisch abgespeichert. Andere Daten werden durch direkte Beobachtung ermittelt.“ So wird der tägliche Niederschlag mit einem Messzylinder abgelesen. Im Winter werden die Neuschnee- und die Gesamtschneehöhe erhoben. Auf dem Dach befinden sich außerdem eine Windmessanlage und ein Sonnenscheinsensor. Hagelbeobachtung und –datenauswertung runden die ausführliche Wetteranalyse ab. Rautenberg, der mittlerweile in Wien lebt, wird bei der aufwendigen Erhebung von seinen Eltern Paula und Alfred tatkräftig unterstützt. Die Daten werden weiter verwertet. Rautenberg: „Seit 1991 ist die Wetterstation ins offizielle Messnetz des Hydrografischen Dienstes Niederösterreich integriert. Außerdem erfasse ich für das phänologische Messnetz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, kurz ZAMG, die verschiedenen Wachstums- und Entwicklungserscheinungen von Pflanzen wie Blumen, Sträuchern und Bäumen im Klimagarten, von landwirtschaftlichen Kulturpflanzen auf den Feldern und von Wild- und Nutzpflanzen.“
Wie erwähnt, betreibt Rautenberg auch eine Homepage. Nicht nur für Ausflügler oder Radfahrer mache ein Blick auf die Wetterdaten Sinn. Vor allem Landwirte würden davon profitieren, um etwa den optimalen Saatzeitpunkt festlegen zu können. Roman Rautenberg: „Daten wie Erdbodentemperatur, Niederschlags- und Wärmesummen sind wichtig für die Qualitätssicherung. Solche Kennzahlen biete ich über ein kostenpflichtiges User-Portal an“. Außerdem beinhaltet die Homepage auch einen Wetterblog.

Mithilfe erwünscht
Für die Weiterentwicklung seiner Wetterchronik sucht Rautenberg nach Menschen, die Erinnerungen an frühere Wetterextreme beziehungsweise Dokumente wie Fotos haben. Roman Rautenberg, im Hauptberuf Angestellter, ist in puncto Wetter ein Autodidakt: „Schon als Kind habe ich mich für das Wetter interessiert. Mein Wissen habe ich mir durch Selbststudium und Kontakte zu befreundeten Meteorologen angeeignet. Am wichtigsten für dieses zeitintensive und gemeinnützige Hobby ist aber die Liebe zum Wetter."

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