Business Brunch in Zwerndorf
Biobauer Bubenicek: "Sag niemals Sauergemüse zum Gurkerl"

Gemütlicher geht's nicht: Businessbrunch beim Zwerndorfer 3er-Wirten mit Ulli und Pepi Bubenicek sowie Redaktionsleiterin Ulrike Potmesil.
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Die Bio-Landwirte Ulli und Pepi Bubenicek im Gespräch mit Bezirksblätter-Redakteurin Ulrike Potmesil.

ZWERNDORF. Bezirksblätter: Sie haben nach dem Studium im Rechenzentrum in Wien gearbeitet. Wann fiel die Entscheidung, im Marchfeld den väterlichen Hof zu übernehmen?
Pepi Bubenicek: "Der Betrieb meines Vaters war so klein, dass er eigentlich nicht wirtschaftlich war, aber mein Vater mit seinem Dickschädel wollte nicht aufgeben. Im Jahr 2000 war dann klar, wenn wir weitermachen wollen, dann nur als Bio-Betrieb."
Ulli Bubenicek: "Schon aus Prinzip. Für mich wäre nichts Anderes in Frage gekommen."

BB: Was war damals die größte Umstellung?

P. Bubenicek: "Wir haben die Tierhaltung aufgegeben, Bio-Tierhaltung wäre mit den vorhandenen Standards nicht möglich gewesen. Und wir haben die Bio-Gasanlage errichtet, haben sozusagen das Abfallprodukt Wärme für die Gewächshäuser verwendet."

BB: Pepis Gurkerl sind ja mittlerweile legendär. Wie kam die Idee zum Sauergemüse?
P. Bubenicek: "Sag niemals Sauergemüse (lacht). Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Namen für unsere  Produkte, der ein bisschen sexier als Sauergemüse klingt. Ausschlag gaben unsere Verwandten aus Tschechien, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zu Besuch kamen und eingelegtes Gemüse mitbrachten. Wir waren begeistert und so begann die Produktion. Mittlerweile haben wir unser Sortiment stark erweitert, und natürlich gibt es beim Ab-Hof-Verkauf und im Strasshofer Bioladen auch frisches Gemüse von unseren Feldern.

BB: War das Marchfeld immer schon Lebensmittelpunkt oder gab es auch einmal eine andere Option?
U. Bubenicek: "Ich komme aus Salzburg und habe Pepi am Feuerwehrball in Zwerndorf kennengelernt. Ich trug meine schönste Festtagstracht und war entsprechend overdressed (lacht). An die fehlenden Berge musste ich mich erst gewöhnen, jetzt fühl ich mich hier und dort zuhause."
P. Bubenicek: "Zwischendurch hätte mich Entwicklungshilfe sehr interessiert. Mittlerweile schaffen wir es gerade, uns ein, zwei Wochen Urlaub im Jahr freizuschaufeln."

BB: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
P. Bubenicek: "Ich habe drei Töchter auf die ich sehr stolz bin, auch wenn mich mancher Kollege wegen des fehlenden männlichen Nachfolgers bedauert (grinst), und ich würde mich freuen, wenn eine von ihnen einmal den Betrieb übernimmt. Allerdings haben sie alle drei das künstlerisch-grafische Talent ihrer Mutter geerbt.
In betrieblicher Hinsicht wünsche ich mir mehr ökonomische und ökologische Achtsamkeit - für unser Umfeld und als Perspektive für unsere Kinder."

Wordrap:

Das schönste Frühstück... war bei der Oma in Salzburg an einem Ostersonntag. Da kamen die Musiker und dann gings richtig rund.
Wenn ich reise dann... brauche ich die Berge. Zumindest der Schneeberg muss es sein (Ulli)... nach Sibirien. Wegen der menschenleeren Weite (Pepi).
Der letzte Urlaub war... in St. Petersburg. Unsere mittlere Tochter Sophie hat alles selbstständig organisiert.
Bio vs. konventionell... 1:0 für Biohof, da ist mehr los. Wir mögen es, von Menschen umgeben zu sein, am Mittagstisch sind nie weniger als acht Leute.

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