Wohnbau in Hohenau
Der Schüttkasten wird abgerissen

Das Hohenauer "Wahrzeichen", der Schüttkasten im Ortszentrum, wird gerade abgerissen.
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  • Das Hohenauer "Wahrzeichen", der Schüttkasten im Ortszentrum, wird gerade abgerissen.
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HOHENAU. Die einen bezeichnen ihn als Schandfleck, die anderen sehen gar ein Wahrzeichen in ihm. Wie dem auch sei, er ist bald Geschichte. Der Hohenauer Schüttkasten wird abgerissen. An seiner Stelle errichtet die Wohnbaugenossenschaft Wien Süd Reihenhäuser und Wohnungen.

Müllhalde

Eine Bevölkerungsumfrage, die Bürgermeister Wolfgang Gaida im Vorjahr gestartet hatte, ergab: Hohenau möchte eine Lösung für den Schüttkasten, der das Bild des Ortszentrums prägt. Zudem steigt in der Grenzgemeinde der Bedarf an Wohnungen. "Ich habe daher der Besitzerin des Schüttkastens, Familie Fiedler, ein faires Angebot gemacht: den Quadratmeterpreis für Bauland für das gesamte Areal. "Fair" deshalb, weil der Schüttkasten auf Bauland Betriebsgebiet steht, abbruchreif und die Grünfläche dahinter mit alten Lkw, Baumaschinen und vielen mehr zugemüllt war.

Mit der Wohnbaugenossenschaft ist die Gemeinde Hohenau schon länger gut im Geschäft, so plant diese derzeit ein Wohnbauprojekt am Gelände des ehemaligen Sparmarktes gegenüber des Rathauses. Der Vorschlag Gaidas, sich doch um den Schüttkasten zu bemühen, stieß auf Gehör. "Nachdem wir die Entsorgung des Mülls erfolgreich erledigt hatten, wurde der Kaufvertrag unterschrieben", freut sich Gaida.
Nach ersten Überlegungen könnten auf dem gesamten Gelände acht Reihenhäuser und 30 Wohnungen entstehen, konkrete Pläne werden aber erst ausgearbeitet.
Die Abbruch-Kritiker verweist Gaida auf eine Stellungnahme des Denkmalamtes, wonach das Gebäude nicht schützenswert ist. Eine Nachnutzung, so erklärt der Bürgermeister, wäre unfinanzierbar gewesen, die bauliche Struktur sei weder für ein Ramsar-Zentrum noch ein Museum geeignet. Der gesamte Innenbereich des Schüttkastens besteht ausschließlich aus Holzkonstruktionen. "Baulich interessant aber leider nach modernen Maßstäben nicht erhaltbar", teilt Gaida das Ergebnis der Begutachtungen mit.

Baugeschichte

Der Schüttkasten wurde 1904 zwischen ehemaligem Ochsenhof und dem Gestüt des Fürsten von Liechtenstein durch die damaligen Pächter erbaut. Das gesamte Liechtensteinsche Wirtschaftsgut, mit Ausnahme des Fürstenwaldes, war von der Industriellenfamilie Strakosch für den Betrieb ihrer Zuckerfabrik gepachtet worden. Das Tranmsportunternehmen Fiedler war danach lange Zeit Eigentümer des Schüttkastens und des ehemaligen Ochsenhofes.

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